Mannheim

Neckarstadt Aktionsbündnis gegen Videoüberwachung

„Kameras gefährden Freiheit“

Archivartikel

Die Mitglieder des Aktionsbündnisses „Silent-Dance gegen Videoüberwachung“ laden zum lautlosen Protest-Tanz am heutigen Samstag um 17 Uhr auf dem Alten Meßplatz ein. „Die Freiheit im öffentlichen Raum darf einem irreführenden Sicherheitsgefühl nicht geopfert werden“, sagt Laura Volk (Bild oben), die von der Alten Feuerwache aus den Silent-Dance choreographieren wird. Dabei handelt es sich um einen Flashmob – einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen Plätzen, bei dem sich die Teilnehmer nicht kennen und ungewöhnliche Dinge tun.

„Wir wollen uns mit dieser Aktion den öffentlichen Raum zurückerobern und das Analysesystem des Mannheimer Polizeipräsidiums herausfordern“, so Volk. Sie hat sich selbst während des Kunstprojektes „Les.Art“ einige Wochen auf dem Alten Meßplatz aufgehalten: „Wie an einem der gefährlichsten Orte Mannheims habe ich mich dabei nicht gefühlt.“

Dem stimmt Jonas Maier (Bild unten), Pressesprecher der Grünen Jugend, zu: „Seit einem halben Jahr werden wir vom Polizeipräsidium überwacht, wenn wir am Alten Meßplatz rumhängen, wenn wir die Breite Straße entlanglaufen, wenn wir am Paradeplatz in der Sonne sitzen.“ Das Problem sei, dass man sein Verhalten ändere, so Maier, wenn man wisse, dass man dauerhaft gefilmt werde: „Die Kameras greifen in unsere individuelle Freiheit ein, gefährden sie. Diese flächendeckende Überwachung sollte kein Normalzustand sein, denn sie ist die Normalisierung eines Ausnahmezustandes.“

Wer sich an dem Flashmob beteiligen will, kann laut Volk mit Handy und Kopfhörer auf dem Alten Meßplatz UKW 89,6 oder den Livestream auf bermudafunk.org einschalten und auf weitere Anweisungen warten. mai (Bilder: Blüthner, Grüne)

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