Mannheim

Medizin Morgen ist Welttag der Spender von Knochenmark und Stammzellen

Kampf gegen den Blutkrebs

Vor vier Jahren beteiligte sich Ahmad Jaber mit anderen Phönix-Fußballern an einer Typisierungsaktion für einen an Leukämie erkrankten Jugendspieler. Als der Leiter eines Gastronomiebetriebes vor einigen Wochen gefragt wurde, ob er für einen Blutkrebs- Patienten Stammzellen zur Verfügung stellen würde, musste der 30-Jährige nicht lange überlegen. Ahmad Jaber gehört zu jenen Männern und Frauen, die der morgige Welttag für Spender von Knochenmark beziehungsweise Stammzellen würdigt.

714 Männer und Frauen registriert

In der Datei Rhein-Neckar haben sich in den letzten 25 Jahren über 50 000 Menschen registrieren lassen. Jeder dieser Spendenwilligen, betont Harald Klüter, ärztlicher Direktor des Mannheimer Instituts für Transfusionsmedizin und Immunologie, "steht für Hoffnung im Kampf gegen Blutkrebs". Außerdem wären ohne solcherart Unterstützung die international so erfolgreichen Stammzell-Transplantationen gar nicht denkbar.

Die dem Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes angegliederte regionale Einrichtung ermöglicht, dass hiesige Spender in Wohnortnähe medizinisch vorbereitet werden können. Aus der Rhein-Neckar-Datei wurden bislang 714 registrierte Männer und Frauen ausgewählt - natürlich immer nur dann, wenn die Gewebemerkmale des Spenders und mit denen des suchenden Empfängers übereinstimmen. Die Zellen mit lebensrettendem Potenzial kamen Patienten aus den Unikliniken in Mannheim und Heidelberg, aber auch aus anderen Transplantationszentren in ganz Europa, ja Übersee zugute.

Harald Klüter: "Allein in unserem Institut haben in den letzten zwei Wochen fünf Stammzellspenden stattgefunden." Die Prozedur empfand Ahmad Jaber als wenig belastend. Nur während der vorgeschalteten Spritzen mit Medikamenten zur Steigerung der vom Knochenmark ins Blut "ausgeschwemmten" Stammzellen habe er sich wie bei einer Erkältung etwas schlapp gefühlt. Die eigentliche Entnahme "ging fast unmerklich vor sich". Dabei wird das Blut des Spenders über mehrere Stunden in einem ständigen Kreislauf aus einer Armvene durch ein Gerät geleitet, das Zellen separiert.

Motivation für andere

Ahmad Jaber, der als Kind vom Libanon nach Deutschland kam, stellt in Gesprächen häufig fest: Viele Menschen wissen kaum etwas davon, dass bösartige Bluterkranlungen mittels fremder Stammzellen geheilt werden können. Der morgige Aktionstag möchte nicht nur Spendenwillige und Spender würdigen, sondern auch andere motivieren, ihrem Beispiel zu folgen.