Mannheim

Krebspreis Mannheimer Forscher ausgezeichnet

Kampf gegen wuchernde Hirntumore

Archivartikel

„Impfung bekämpft trickreiche Hirntumore“ titelte der „MM“ vor zwei Monaten und stellte ein von Michael Platten (Bild), Direktor der Neurologischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), entwickeltes Verfahren im Kampf gegen sogenannte Gliome vor. Dafür ist der Chefarzt und Wissenschaftler jetzt mit dem renommierten Deutschen Krebspreis 2019 in der Sparte „Klinische Forschung“ gewürdigt worden. Die mit 7500 dotierte Auszeichnung – gestiftet von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebsstiftung – hat der 47-Jährige bei einem Onkologie-Kongress in Heidelberg überreicht bekommen.

Therapeutische Impfung

Gliome gelten als die häufigsten Hirntumore im Erwachsenenalter: Die bösartige Wucherung wächst aus Stützzellen des zentralen Nervensystems und breitet sich gleich einem Pilzgeflecht aus – was die komplette chirurgische Entfernung erschwert. Die von den Mannheimer Forschern um Michael Platten – er leitet eine Klinische Kooperationseinheit am Deutschen Krebsforschungsinstitut Heidelberg – ausgetüftelte therapeutische Impfung zielt darauf ab, dass Immunzellen das „abgetauchte“ Tumorgewebe erkennen und ausmerzen.

Nach einer ersten vielversprechenden Studie ist eine Neuauflage mit diesmal 48 Patienten angelaufen. Untersucht wird die Reaktion auf eine inzwischen weiterentwickelte Impfung. Eingebunden sind klinische Zentren quer durch die Republik – beispielsweise in Frankfurt, Dresden und Berlin. wam (Bild: Tröster)