Mannheim

Keine Frage des Geldbeutels

Etwa 20 Euro kostet die Anti-Baby-Pille monatlich im Durchschnitt. Viel Geld für Menschen, die von Hartz-IV leben müssen. Für manche ist das sogar zu teuer – das zumindest ist der Eindruck der Beratungsstelle Pro Familia, die berichtet, dass Frauen auch aus Kostengründen auf unsichere Verhütungsmethoden ausweichen – und es dann zu ungewollten Schwangerschaften kommen kann. Verhütung darf aber keine Frage des Geldbeutels sein.

Darum ist es zu begrüßen, dass die Stadt Mannheim etwa Sozialhilfeempfängerinnen die Kosten für die Pille, die Spirale oder für eine Sterilisation (nach vorheriger Beratung) bezahlt. Gesetzlich verpflichtet ist die Verwaltung dazu nicht, macht es aber seit mehr als zehn Jahren dennoch. Das ist ein gutes und wichtiges Signal.

Schade ist aber, dass das Angebot nur wenige nutzen – möglicherweise weil es nicht so bekannt ist. Nur 60 bis 80 Frauen stellen jährlich einen Antrag auf Kostenübernahme. Das scheint wenig: Denn 715 Frauen ließen sich allein bei Pro Familia zum Thema Schwangerschaftsabbruch 2017 beraten. Es ist also an der Zeit, die sinnvolle Aktion der Stadt bekannter zu machen.