Mannheim

Katholiken Am Wochenende spendeten Erzbischof Burger, Offizial Weil, Weihbischhof Gerber und Stadtdekant Jung das Sakrament / Neues Konzept erprobt

Kirche sammelt Pluspunkte

Die Vorbereitungszeit fand am Wochenende ihren Abschluss: 655 junge Katholiken wurden am Freitag, Samstag und gestern gefirmt. Das Sakrament spendeten am ersten Adventswochenende den im Schnitt zwischen 15- bis 17-Jährigen der Freiburger Erzbischof Stephan Burger, Offizial Thorsten Weil, Weihbischof Michael Gerber und Stadtdekan Karl Jung in elf Kirchen in Mannheim.

Der Firmung, die im Dekanat alle zwei Jahre stattfindet, ist eine intensive Vorbereitungszeit vorausgegangen, heißt es in einer Pressemeldung. Dafür kam im Katholischen Stadtdekanat Mannheim unter dem Hashtag #kraftvoll2018 erstmals ein pfarrei-übergreifendes webbasiertes Symbol-Sammelsystem unter der Adresse www.firmung.kathma.de zum Einsatz. Je nachdem, wie sich die Firmwilligen in der eigenen Pfarrei, in kirchlichen Diensten oder bei Veranstaltungen einbrachten, konnten sie bis Ende Oktober Symbole sammeln und auf ihrem persönlichen Vorbereitungskonto verbuchen.

Taube als Joker

Das Bild einer Kerze stand dafür, Glauben zu feiern, ein Lautsprecher für Diskussionen über den Glauben, Hände für gelebtes Christsein, Koffer für Gemeinschaftsgefühl. Hinzu kam das Zeichen der Taube – als eine Art Joker. Zu jedem Symbol gab es in den Kirchengemeinden oder im Dekanat eine Reihe von Angeboten: Firmanden haben unter anderem in Pflegezentren gearbeitet, meditiert, als „Ministrant auf Zeit“ geholfen, künstlerisch ihren Glauben ausgedrückt, eine „ora et labora“-Woche (Deutsch: Bete und arbeite) erlebt, sind zum Katholikentag gereist und haben auf Pfarreiebene bei Festen tatkräftig mit angepackt. Letzteres kam auch bei den Gemeindemitgliedern vor Ort gut an. All das diente dazu, die Vielfalt von Kirche und Menschen, die Kirche tragen, kennenzulernen, aber auch dem eigenen Glauben auf die Spur zu kommen. Für die Firmanden war es erstmals möglich, ihren Weg zur Firmung zu einem großen Teil selbst zu gestalten. Hilfe gab es von hauptberuflichen pastoralen Mitarbeitern der Kirchengemeinde und der katholischen Jugendkirche Samuel, die die Jugendlichen unterstützten und begleiteten. Eine Form der Freiheit, an die sich viele der Jugendlichen jedoch erst gewöhnen mussten, wie Firmanden aus allen Kirchengemeinden Mannheims bestätigten. Wobei sie eine durchaus positive Bilanz zogen: „Mir persönlich hat das Konzept der Firmung gut gefallen.“ sagt eine Firmandin aus der Kirchengemeinde Johannes XXIII.

Besonders gut kam die Mischung der zur Auswahl stehenden Angebote an, die die Jugendlichen selbst als „kreativ, jung und frisch gestaltet“ beschreiben. „Ich nehme mit, dass die Kirche gar nicht so verstaubt und altmodisch ist, wie manche Menschen denken und, dass sie uns auch mit ungewöhnlichen, interessanten Mitteln ein Hörrohr zu Gott ist“, beschrieb eine weitere Firmandin aus der die Innenstadt, Jungbusch, Neuostheim und Neuhermsheim umfassenden katholischen Gemeinde.

Die Offenheit des Konzepts, das Raum für „Diskussionen, Fragen und Zweifeln am Glauben und an Gott ließ“ wurde ebenfalls als überaus positiv bewertet, heißt es in der Mitteilung. Weitere Schlagworte wie Selbstfindung und Zusammenhalt lieferten die Jugendlichen aus der Kirchengemeinde Mannheim-Nord. Letzteren haben die Firmanden über die Grenzen der eigenen Kirchengemeinde hinaus unter anderem bei gemeinsamen Reisen erfahren. Außerdem attestierten sie dieser Form der Firm-Vorbereitung die „richtige Mischung aus Spaß und intensiven Begegnungen mit Gott“, schreibt das Dekanat. red