Mannheim

Ökumenischer Gottesdienst Stadt und Handelsgemeinschaft sind dankbar für geöffnete Geschäfte / Messe mit viel Musik

Kirchen geben dem Einkaufstrubel ihren Segen

Diesmal waren sich alle ganz schnell einig: „Wir bedanken uns bei den Kirchen, dass sie diesen verkaufsoffenen Sonntag möglich gemacht und eingewilligt haben“, freute sich Swen Rubel von der Handelsgemeinschaft Mannheim. Normalerweise seien die Kirchen immer skeptisch, wenn es darum gehe, auch am Sonntag Geschäfte öffnen zu lassen. „Aber wir haben dafür gekämpft, dass dieser Tag möglich ist.“ Die Umbauzeit sei für viele Händler „lang und entbehrungsreich“ gewesen, doch jetzt sei es Zeit, nach vorn zu schauen. Auch Wirtschaftbürgermeister Michael Grötsch bedankte sich bei den Kirchen, dass sie zu dem verkaufsoffenen Sonntag eingewilligt haben: „Wir können jetzt zeigen, dass der Handel lebt. Die Planken sind wieder in unserem Besitz.“

Für Karl Jung, Dekan der katholischen Kirche Mannheim, und Ralph Hartmann, der die gleiche Aufgabe bei den Protestanten hat, war die Zustimmung eine Selbstverständlichkeit: „Eigentlich sind wir als Kirche dafür, dass am Sonntag nicht gearbeitet wird. Aber bei einem derart außergewöhnlichen Ereignis, dass nur einmal in Jahrzehnten stattfindet, machen wir gerne eine Ausnahme“, so Jung: „Bei so einem Fest ist auch Gott dabei und deshalb natürlich auch die Kirchen.“ Und Hartmann fügt hinzu: „Hier auf den Planken schlägt das Herz der Stadt. Der Mannheimer Geist des Zusammenlebens ist hier zu Hause, das zeichnet Mannheim aus.

Beide Kirchenmänner mussten für den verkaufsoffenen Sonntag also nicht lange überredet werden. Und sie gaben ihm sogar ganz offiziell ihren Segen: Mit einem ökumenischen Gottesdienst am Sonntag auf den Kapuzinerplanken, in dessen Rahmen der Extra-Einkaufstag offiziell eröffnet wurde.

Es war jedoch keine normale Messe, wie Lutz Pauels, Vorstand der Werbegemeinschaft Mannheim City: „Wir erleben heute ganz was Neues, etwas was wir so noch nicht erlebt haben: einen musikalischen Gottesdienst.“ Den Auftakt machte das Kurpfälzische Kammerorchester, das vor dem Gottesdienst drei Stücke aus seinem Repertoire zum Besten gab. Den Gottesdienst begleitete die Band „BeiGelegenheit“, bestehend aus Claudia und Helmut Krüger, Dieter Rubach und Armin Tscheuschner. Und mit den ausgelegten Liederzetteln konnten auch die Besucher mitsingen.

Predigt für gutes Miteinander

Zwischen den Stücken schoben neben Jung und Hartmann auch die evangelische Dekanatsstellvertreterin Anne Ressel und der katholische Pfarrer Theo Hipp kurze Denkanstöße ein. Sie appellierten für ein friedliches Miteinander und mahnten mehr ökologisches Bewusstsein an. Natürlich spielten auch die Planken eine Rolle: So sprach Ralph Hartmann allen, „die dort arbeiten, einkaufen oder einfach Zeit verbringen“ den Segen Gottes aus.

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