Mannheim

Feudenheim Modulbaufreunde feiern ihr 30-jähriges Bestehen in der Kulturhalle

Kleine Züge auf großer Fahrt

Archivartikel

Ein Fernreisezug der Österreichischen Bundesbahn fährt gerade durch eine Kurve. Der kleine Manuel hat sich am Eingang der Kulturhalle Feudenheim einen Hocker geschnappt. Auf den stellt er sich und bewundert den Zug, der an ihm vorbeibraust. Am liebsten hätte er ihn in die Hand genommen. Aber da passen die Mitglieder der Modulbaufreunde Ladenburg auf. „Nur mit den Augen schauen“, sagen sie.

Zum 30-jährigen Vereinsjubiläum haben die Modellbauer einen Großteil ihrer Anlage in Lkws nach Feudenheim gefahren. Zwei getrennt voneinander funktionierende Anlagen sind ausgestellt, auf denen Züge, Schwebebahn und elektrische Oberleitungsbusse fahren. „In vier bis unters Dach gefüllte 7,5-Tonnen-Lastwagen haben wir das Material hierher transportiert“, erzählt Schriftführer Hans Joachim Wagner. Zehn Stunden haben die Eisenbahner gewerkelt, bis alles inklusive Testbetrieb reibungslos funktionierte. Dass sich das rentiert, zeigt der zahlreiche Besuch. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Wagner. Es seien viele gekommen, die sich das einfach nur einmal anschauen wollten.

So wie Herbert Grassel, der erzählt: „Vor 40 Jahren hatte ich einmal eine Märklin-Eisenbahn. Aber dann kamen andere Interessen hinzu. Da habe ich die Anlage verkauft.“ Heute habe er keinen Platz mehr zu Hause. „Da schaue ich mir halt die Anlage hier an. Da gibt es immer wieder Neues zu betrachten.“

Kurze Zeit später steht er vor dem Modul der Burg Eltz, die in der Realität die Eifel vom Maifeld trennt und seit 800 Jahren in Privatbesitz derselben Familie ist. „Das ist schon toll, was die Modellbauer hier geschaffen haben. Das entspricht fast der Realität“, weiß Grassel, der die Burg schon besucht hat.

Aktive Jugendgruppe

An einer anderen Ecke ist einer der Eisenbahnfreunde damit beschäftigt, seine Dampflok richtig rauchen und schnaufen zu lassen. Es dauert ein wenig, bis das gelingt. Aber dann ist die Freude umso größer. Modellbauer Oskar Mühlhäuser setzt gerade einen Oberleitungsbus auf die Fahrbahn. Da kommt auch schon die Wuppertaler Schwebebahn.

Manuel ist von diesem Modul fast nicht mehr wegzubekommen. Die Oma hat alle Mühe. „Da braucht man schon viel Geduld“, stöhnt sie ein wenig. Die Jugendarbeit werde im Verein ganz groß geschrieben, berichtet Wagner. Das zeigt ein noch nicht ganz fertiggestelltes Modul der Jugendgruppe. „Hier entsteht der Bahnhof Hüffenhardt, der bei Heilbronn liegt“, berichtet der „große“ Yannik und Jugendwart, während der „kleine“ Yannik (10) assistiert, eine Lok aufs Gleis zu setzen. „Das dauert schon noch, bis der Bahnhof fertig ist“, sagt Yannik. Der Bahnhof Hüffenhardt war bis 2009 Endstelle der Südwestdeutschen Eisenbahn durch das Krebsbachtal.

Schließlich schafft die Oma es doch, Manuel aus der Halle selbst zu locken. Aber im Vorraum droht neues Ungemach. Der Kleine will sich noch unbedingt die Eisenbahnen der Familie Dose anschauen. Die wurden aufgezogen oder mit Batterien betrieben. „Das sind zum Teil Vorkriegsmodelle“, erzählt Wagner. Schließlich hat die Oma doch noch Erfolg. Aber erst, nachdem der Junge ein Stück Kuchen gegessen hat.

Zum Thema