Mannheim

Kleiner Piks, große Wirkung

Archivartikel

Für die meisten Mädchen ist die HPV-Impfung, besser bekannt als Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs, nicht neu. Dass nun aber auch Jungen sich impfen lassen sollten und können, scheint noch nicht bei der breiten Masse angekommen zu sein. Auch nicht, dass es die HPV-Impfung seit 13 Jahren gibt – und der Impfstoff seitdem erfolgreich und ohne starke Nebenwirkungen weltweit eingesetzt wird.

Trotzdem treffen Kinderärzte immer wieder auf Eltern, die der Impfung skeptisch gegenüberstehen oder schlicht nichts davon wissen. Das könnte nun das neue Modellprojekt der Stadt ändern. Das bereits in Hessen erprobte und erfolgreiche Konzept ist gut durchdacht: Nicht umsonst liegt der Fokus auf der Beratung der Eltern und einem niederschwelligen Angebot. Weil besonders in der vierten Klasse die Elternabende gut besucht sind – hier geht es um die weiterführenden Schulwege ihrer Kinder – können die Ärzte wohl viele erreichen.

Denn ein Impfschutz für alle gelingt nur, wenn frühzeitig, also im Grundschulalter und vor dem ersten Kontakt mit HPV, geimpft wird. Entscheidend ist nicht nur, rechtzeitig und aktiv auf die Eltern zuzugehen. Sondern auch, ihnen genug Raum zu lassen, um abzuwägen, ob sie ihre Kinder mit einem Piks für die Zukunft schützen wollen. Schulimpfungen einzuführen ist richtig, aber nur, wenn sie freiwillig sind.