Mannheim

Gehwegparker CDU unterstützt Sellweiden-Verein / Fahrradstraße auf Fuß- und Radweg gefordert / Kritik an Grünen-Vorstoß: „Das schafft nur Unfrieden“

Kleingärtner wollen Unterschriften sammeln

Die Kleingärtner vom Verein Sellweiden sind „verärgert und verunsichert“, wie Vorsitzende Gisela Mappes im Gespräch mit dieser Redaktion erklärte. Wie berichtet, haben Umweltverbände und die Grünen einen Vorstoß gestartet, das zwar regelwidrige, aber seit langer Zeit geduldete Parken und Fahren auf dem Fuß- und Radweg entlang der Kleingartenanlage in der Feudenheimer Straße zu unterbinden.

Besonders betroffen von einem strengen Parkverbot wären die Mitglieder des Kleingartenvereins, die hauptsächlich am Wochenende entlang des Zauns der Gartenanlage parken. Betroffen wären aber auch Besucher von Sportveranstaltungen im Pfeifferswörth sowie Klinikumsbeschäftigte, die im westlichen Abschnitt der Feudenheimer Straße parken. Gisela Mappes wies darauf hin, dass bei rund 550 Gartenparzellen nur etwa 60 bis 70 Parkplätze auf dem Vereinsgelände zur Verfügung stehen – und zwar im kleineren Teil der Gartenanlage am Hauptfriedhof westlich der Dudenstraße. Hier befinden sich ein großer Spielplatz sowie freie, teilweise als Festplatz genutzte Bereiche. Der öffentliche Parkplatz beim östlichen Teil der Gartenanlage mit weiteren rund 60 Parkplätzen stehe selten bis nie ausschließlich den Gärtnern zu Verfügung – „es ist eben ein öffentlicher Platz, den beispielsweise auch Pendler nutzen“, so Mappes.

„Die Grünen“, so ärgert sich die Vorsitzende des Gartenvereins über den Vorstoß, „machen ein Problem, wo es gar keines gibt“. Sie und ihre Vereinsmitglieder können nicht verstehen, warum man nicht einfach bei der bisherigen Praxis bleibt. „Alles wäre dann in Ordnung“, meint Mappes. Ähnlich hatte auch die SPD argumentiert und mehr gegenseitige Rücksichtnahme an der Feudenheimer Straße gefordert. Dies haben nun auch die Bezirksbeiräte der CDU aus der Neckarstadt-Ost getan: Stadtrat Chris Rihm, der CDU-Ortsvorsitzende Christian Stalf sowie die Bezirksbeiräte Roswitha Henz-Best und Caner Yildirim teilen mit: „Die CDU lehnt den Vorstoß der Grünen ab, in diesem Bereich der Feudenheimer Straße vermehrt zu kontrollieren und Bußgelder zu verhängen. Wir fordern, den Weg als Fahrradstraße auszuweisen und damit das Parken zu ermöglichen“, so Chris Rihm. Dafür habe er die Unterstützung seiner Ratsfraktion und von Erstem Bürgermeister Christian Specht. Derzeit wird geprüft, ob das Vorgehen rechtlich möglich ist.

Bezirksbeiratssprecherin Roswitha Henz-Best schlug vor, etwa auf der Hälfte der Strecke eine Auf- und Abfahrt zu schaffen: „Dadurch müssen die Auto- und Fahrradfahrer nicht längere Zeit gemeinsam den Weg nutzen. Das verhindert Nutzungskonflikte“, begründete sie. Der Vorschlag der Grünen bringe dagegen „sachlich und konstruktiv keinen voran und schafft nur Unfrieden“, findet Christian Stalf. Die Mitglieder des Kleingartenvereins planen eine Unterschriftenaktion gegen die Forderungen der Grünen.

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