Mannheim

MVV Schüler und Greenpeace protestieren vor heutiger Aktionärsversammlung gegen Kohle

Klima-Demo in den Ferien

Ausstieg aus der Kohle: Das ist die Hauptforderung der Schüler, die immer wieder freitags demonstrieren. Da passt es den Mannheimer Organisatoren der internationalen Protestbewegung „Fridays for Future“ ganz gut, dass die MVV Energie AG ihrer Aktionärsversammlung an einem Freitag abhält – und zwar heute ab 9 Uhr im Rosengarten. „Als Mitbetreiberin des Großkraftwerks Mannheim (GKM) ist die MVV verantwortlich für das größte Steinkohlekraftwerk Baden-Württembergs“, schreiben die Schüler in einer Pressemitteilung. Deshalb rufen sie dazu auf, um 9 Uhr vor dem Rosengarten „unserem Widerstand gegen diese Dreckschleuder direkt vor unserer Haustür Ausdruck zu verleihen“.

Damit werden die Schüler heute Seit’ an Seit’ mit Greenpeace-Aktivisten der Gruppe Mannheim-Heidelberg demonstrieren. Denn auch sie rufen zum Protest auf und wollen „mit Bannern und Info-Flyern die rund tausend erwarteten MVV-Aktionäre daran erinnern, dass die CO2-Emissionen des Großkraftwerks unvereinbar sind mit den Klimaschutzzielen der Stadt“.

Bei der MVV gebe es „bislang keine konkreten Ausstiegspläne für die Steinkohlenutzung“, verweist Greenpeace auf ein „klärendes Gespräch“ im Februar. Die Kohlekommission der Bundesregierung hatte vor fast sechs Wochen beschlossen, die Stromerzeugung aus Kohle bis zum Jahr 2038 zu beenden. Dabei sei das „bis 2030 ohne Versorgungsengpässe machbar“, meint Greenpeace – und fordert deshalb von der MVV, „einen Ausstiegsplan für alle GKM-Blöcke bis 2030 zu entwickeln“.

Viele Mannheimer Schüler hatten bereits am 1. Februar protestiert – während der Schulzeit. Das ist umstritten, Kritiker werfen ihnen vor, den Anlass zum Schwänzen zu nutzen. Dem halten die Schüler entgegen, dass sie heute trotz Fasnachtsferien „früh aufstehen und demonstrieren“. Die nächste Großdemo ist dann – wieder während der Unterrichtszeit – für den15. März geplant.