Mannheim

Feuerwehr Benefizlauf für Kinderhospiz Sterntaler abgeschlossen / Film vorgestellt

Kraftakt in den Alpen bringt 33 000 Euro

Archivartikel

Was für ein Gänsehautmoment! Vom Band kommt dramatische Musik, auf der Leinwand steht nur eine Zahl, schnell wechseln die Ziffern, immer höher, immer größer. Als sie fünfstellig wird, brandet Beifall auf, und je höher die Zahl steigt, umso mehr schwillt dieser Applaus an, bis sich großer Jubel Bahn bricht: 33 000 Euro – so viele Spendengelder für das Kinderhospiz Sterntaler haben drei Feuerwehrleute gesammelt, die unter dem Titel „Feuerstreiter – Wegbegleiter“ zu einer Alpenüberquerung gestartet sind. Am Sonntag haben sie den Film über die besondere Wanderung vorgestellt und die Spendenhöhe veröffentlicht.

Gleich zwei Mal vor ausverkauftem Haus im Cinemaxx läuft am Sonntagnachmittag der Film, den Marvin und Kevin Day über die Aktion gedreht haben. 190 Kilometer und 19 500 Höhenmeter absolvierten die drei Beamten Konstantin Braun, Manuel Schmidt und Pascal Dieffenbach, die sich „Feuerstreiter“ genannt haben, binnen elf Tagen im Sommer, von Mittenwald bis Meran in den Alpen – und das in voller Einsatzkleidung. Zu ihren Helfern, „Wegbegleiter“ betitelt, zählten Marvin und Kevin Day.

Marvin ist Personalfachmann, Kevin Sozialarbeiter. Aber die filmische Dokumentation lässt die Zuschauer mit der Überzeugung zurück, hier hätte ein großes Profi-Filmteam gearbeitet: Ob mit der Kamera oder einer Drohne eingefangen – der Streifen enthält beeindruckende Aufnahmen der fantastischen Berglandschaft ebenso wie packende Bilder der kräftezehrenden, emotionalen Seite dieses ungewöhnlichen Unternehmens.

„Menschlichkeit gesiegt“

Sie führte die drei Männer ganz an ihre Grenzen. „Wir haben von Tag zu Tag gemerkt, dass uns die Kräfte immer mehr verlassen“, gesteht Konstantin Braun, der die Idee hatte, rückblickend. In der Einsatzkleidung zu laufen, sei „dermaßen ein Kraftakt“ gewesen, den man sich nicht vorstellen könne. Sie seien abends „komplett entwässert und fertig“ gewesen – und hätten sich immer wieder neu motiviert. „Die Aufgabe, für die wir es gemacht haben, war der Antrieb, wir haben als Team zusammengehalten, nie aufgegeben“, ergänzt Manuel Schmidt.

„Es war unheimlich schwer, mit denen mitzuhalten“, bekennt Erster Bürgermeister Christian Specht, der – wie drei Mitarbeiter seines Dezernats – Urlaub genommen hatte und vier Etappen mitgelaufen war. Nun drückt er große Anerkennung für das „großartige Team“ aus, das seinen Beruf nicht nur mit großer Leidenschaft ausübe, sondern sich „mit großem Herzen“ engagiere. Der Film, so Specht, hätte einen Preis beim Filmfestival verdient. Karl F. Mayer, Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbandes, der die drei Feuerstreiter mit seinen Kontakten unterstützt hatte, steuert noch 3000 Euro an Spendengeldern bei.

„Eine unglaubliche Summe“, freut sich Anja Hermann, Geschäftsführerin vom Kinderhospiz Sterntaler, über die hohe Spende, für die es im voll besetzten Kino euphorischen Beifall gibt. „Das Geld ist für uns ziemlich wichtig – aber noch wichtiger ist die Botschaft von Teamgeist, von Hilfe, von Zusammenhalt“, dankt sie. Die Feuerstreiter hätten auch geholfen, das Kinderhospiz und seine Arbeit bekannt zu machen. „Wo Kameraden Freunde sind, ein solcher Kraftakt auch gelingt“, reimt Sterntaler-Sprecher Linnford Nnoli: „Man hat die Alpen überquert, damit die ganze Zunft geehrt, ignoriert der Mühsal Wunden, sich für den guten Zweck geschunden“, so Nnoli: „Solange es solche Helfer gibt, hat auch die Menschlichkeit gesiegt“.

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