Mannheim

Pferdesport Nach Unwetter „Land unter“ auf der Seckenheimer Waldrennbahn / Einsatz von Freiwilligen macht Anlage fit für das heutige „After-Work-Rennen“

Kraftanstrengung rettet den Start

Archivartikel

Fast wäre es schief gegangen: Nur durch eine enorme Kraftanstrengung haben die Mitglieder des Badischen Rennvereins den heutigen „After-Work-Renntag“ auf der Seckenheimer Waldrennbahn gerettet, so groß waren die Unwetterschäden. „Wäre das ein paar Tage später passiert, hätten wir absagen müssen“, so Präsident Holger Schmid.

„36 Liter Regen pro Quadratmeter gingen hier runter – pro Stunde“, erinnert sich Wolfgang Dreyer an das Gewitter vor einer Woche. Dreyer ist das, was mit „aktives Mitglied“ noch untertrieben ist. „Keine offizielle Funktion, aber eine große Stütze, vor jedem Renntag hier dabei“, formuliert es Holger Schmid.

Riesige Schlammwelle

Dreyer zeigt dagegen auf dem Boden, wie hoch das Wasser in der Wetthalle stand – rund zehn Zentimeter. „Büros, Waage, Kasse, Wetthalle – überall Wasser und eine riesige Schlammwelle, ganz viel Dreck“, schildert er die Situation vor einer Woche: „Die Wetthalle war ein See!“ Jetzt ist sie trocken, und sogar die neue Ruhezone für Rennbahn-Gäste – mit Teppich und Polstern – wird wieder eingerichtet.

Rund 15 Helfer hätten zwei Tage gebraucht, den Dreck wegzuräumen, von der Rennbahn unzählige Tannenzapfen und Äste zu entfernen. Zwei Tage konnte die Trainingsbahn nicht benutzt werden. Zwei riesige Kiefern sind ganz entwurzelt worden und umgekippt, haben auch eine Telekom-Freileitung heruntergerissen. „Da müssen enorme Kräfte am Werk gewesen sein“, so Schmid über das Unwetter.

Umso dankbarer ist er seiner Mannschaft, dass sie alles wieder rechtzeitig in Ordnung bringen konnte. Der heutige „After-Work-Renntag“ sei, im Gegensatz zu den üblichen Renntagen an Sonntagen, „schon personell eine riesige Herausforderung“. Sonst kämen viele Helfer eben am Freitag nach der Arbeit und am Samstag, nun habe man alles unter der Woche vorbereiten müssen. Ein Dutzend Leute sind es meist, die vor einem Renntag hier arbeiten. Dazu kommen einige Schüler des Karl-Friedrich-Gymnasiums, die sich dabei noch ein Taschengeld verdienen. Die Hauptarbeit leisten Dreyer, die ganze Familie Rajendram, Lothar Schmitt (der Mann der Startmaschine), Rennbahnverwalter Wolfgang Zahner und sein Vorgänger Thomas Leitmeier, der – obwohl nach Bayern verzogen – aus alter Verbundenheit zu jedem Renntag wieder zurückkommt und ganz kräftig mit anpackt.

Besonderer Rasen

Da gilt es, die Tribüne und alle Wege zu säubern, die Hindernisse zu richten, Schilder zu stellen, Mülltonnen an ihre Position zu rollen, Hecken zu schneiden und noch mal die Startmaschine zu ölen. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Rasen der Rennbahn, Geläuf genannt. Das muss bestimmten Kriterien gerecht werden – aus Gründen des Tierschutzes. „Aber unser Boden wird immer gelobt“, freut sich Dreyer über das Urteil vom Dachverband, dem Direktorium für Vollblutzucht und Rennen in Köln. Allerdings bedeutet das auch intensive Pflege. Ständig ist er mit seinem Traktor und einen 4000 Liter fassenden Anhänger unterwegs. „Da muss man trotz Unwetter wässern, aber immer genau dosieren“, so Dreyer. Das Wasser dazu kommt aus einem eigenen Brunnen auf der Rennbahn.

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