Mannheim

Carl-Benz-Stadion Gästefans über Neuostheim geleitet

Kritik an "Jagdszenen" nach Waldhof-Spiel

Mannheim.Ein Familienvater aus Neuostheim hat das Polizeikonzept nach dem jüngsten Heimspiel des SV Waldhof kritisiert. Sonst werden Busse mit Gästefans meist über den Gartenschauweg vom Carl-Benz-Stadion weggeleitet. Bei der Partie am vergangenen Sonntag wurde jedoch die Route am Paul-Martin-Ufer entlang gewählt, um die Saarbrücker Anhänger zum Regionalbahnhof SAP Arena zu bringen. Dabei sei es in Neuostheim zu "gefühlt kriegsähnlichen Zuständen" gekommen, schreibt ein Leser dem "MM". 50 bis 100 Gewaltbereite hätten nach der 0:1-Niederlage der Waldhöfer versucht, an die Shuttle-Busse mit den gegnerischen Fans heranzukommen. Das habe zu "Katz-und-Maus-Spielen zwischen schwer bewaffneten Polizisten und Hooligans" geführt, teilweise sogar auf Spielplätzen, so der Familienvater. Zum Glück seien wegen des regnerischen Wetters nur wenige Kinder draußen gewesen.

Nächste Partie gegen Offenbach

Polizeisprecher Michael Klump, der selbst vor Ort dabei war, kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen. "Von irgendwelchen Jagdszenen ist mir nichts bekannt", sagt Klump. Aus polizeilicher Sicht sei der Einsatz ein Erfolg gewesen, man habe beide Fanlager getrennt halten und die Saarbrücker störungsfrei zum Zug geleiten können.

Der Familienvater fürchtet nun Schlimmes, wenn am 22. Oktober das nächste Heimspiel des SVW ansteht: gegen die Offenbacher Kickers, denen die Waldhof-Fans in noch innigerer Abneigung verbunden sind als den Saarbrückern. "Ich habe massive Angst, dass dann die Gewalt in unseren Stadtteil getragen wird", schreibt der Neuostheimer.

Laut Klump ist noch offen, welche Route die Gästebusse an jenem Sonntag nehmen. "Das entscheidet der jeweilige Einsatzleiter", sagt der Polizeisprecher. "Kann gut sein, dass wir nächstes Mal etwas ganz anderes ausprobieren." Eine gewisse Kreativität sei auch nötig, damit sich Gewaltbereite nicht vorab auf den Weg einstellen könnten. sma