Mannheim

Altes Volksbad Ausstellung über die corona-bedingte Auszeit in den Diskotheken

Künstlerischer Blick auf den Stillstand in der Club-Szene

Archivartikel

Der Lockdown während der Corona-Krise hat die Clubszene besonders hart getroffen. Alle Clubs sind geschlossen. Ein Szene-Nachtleben findet nicht mehr statt. Der eine oder andere Betrieb – wie das Zieglers in Heidelberg – hat seine Türen bereits für immer geschlossen. Es könnte auch noch andere treffen.

Jetzt hatten einige Akteure die Idee, eine Ausstellung zu organisieren, die den Kampf der Clubs in Pandemie-Zeiten darstellt. Einer der Organisatoren und der Projektmanager ist Hendrik Meier von der kulturellen Stadtentwicklung Mannheim. Der erste Nachtbürgermeister der Stadt, der das Amt gerade an Robert Gaa weitergegeben hat, will mit der Ausstellung die Probleme der Branche deutlich machen.

Ungewöhnliche Bilder

„Musikspielstätten, Clubs und Diskotheken gelten als Orte gesellschaftlicher Relevanz, tragen maßgeblich zum Wirtschafts- und Standortfaktor der Metropolregion Rhein-Neckar bei und bieten Raum für soziale Interaktionen und kreativen Austausch“, so Meier. Ungewöhnliche Bilder von 16 verschiedenen Orten werden in der kleinen Ausstellung im Alten Volksbad gezeigt. Das Leben ruht aber nicht nur in den Clubs, auch die Mitarbeiter und die freien Techniker müssen den Stillstand hinnehmen. „Im Prinzip zeigt die Ausstellung, wie die Clubkultur zu Grabe getragen wird“, sagt auch Laurentz Bleise, der mithalf, die Ausstellung innerhalb von zehn Wochen auf die Beine zu stellen. Meier sagt am Ende einer Führung durch die alten Duschhallen, dass ein Teil der Einnahmen aus dem Verkauf von T-Shirts und Plakaten den Betroffenen zu gute kommt.

Besucher Hannes Diether hält die Ausstellung für „sehr gelungen“. „Die teilweise außergewöhnlichen Bilder werden im Gedächtnis der Besucher bleiben“, so der Heidelberger. Norbert Steinle aus der Neckarstadt betrachtet die Bilder sehr aufmerksam. Auch er findet die Fotos und Ausstellungsstücke eine „gelungene Kombination, die nicht schlecht gemacht ist“. Zum Schluss lässt er sich noch ein Bier schmecken. Carla Schweitzer aus Darmstadt findet die Bilder sehr aussagekräftig. Besonders die leeren Hallen und aufgereihten Stühle empfindet sie als eindrucksvoll. „Manche Bilder sind auch bewusst provokant“, meint sie. Sie empfand zum Beispiel eine verkohlte Maschine und explodierende Discokugeln als extrem bedrückend.

Hoffnung auf Wiederbelebung

„Es ist wichtig, zu zeigen, dass das Leben in den Clubs ein ganz aktives Geschehen in der Metropolregion ist. Wir hoffen, dass dieses in der nächsten Zeit wieder aufleben wird“, hofft Hendrik Meier. Bis gegen 23 Uhr hatten an diesem Abend immerhin rund 50 Menschen die Ausstellung im Alten Volksbad, die von 18 bis 24 Uhr geöffnet hat, besucht.

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