Mannheim

Politik Oberbürgermeister besorgt um Frauenrechtlerin

Kurz pocht auf Freilassung

Archivartikel

Am Dienstag wurde die Frauenrechtlerin Ludschain al-Hathlul in Saudi-Arabien nach nur wenigen Verhandlungstagen zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und acht Monaten verurteilt. Der Fall hat international Aufsehen erregt – auch Oberbürgermeister Peter Kurz äußerte sich jetzt dazu.

Für ihren Einsatz für Frauenrechte, Freiheit und Mobilität hatte al-Hathlul im September 2020 den Bertha-und-Karl-Benz Preis der Stadt Mannheim erhalten. „Dass sie nun für ihren friedlichen Aktivismus verurteilt wurde, erfüllt uns mit Sorge und Betroffenheit“, so Kurz. „Wer friedfertig für Gleichheit und Freiheit kämpft, darf nicht für diesen Einsatz als Verbrecherin verurteilt werden.“ Al-Hathlul müsse sofort freigelassen werden.

Der Aktivistin wird vorgeworfen, das politische System Saudi-Arabiens verändern zu wollen und der nationalen Sicherheit zu schaden. Das berichten lokale Medien. Verhaftet worden war sie 2018, weil sie am Steuer eines Autos saß, was zu diesem Zeitpunkt in Saudi-Arabien für Frauen noch nicht erlaubt war.

Anlass für Hoffnung

Die Hälfte der Strafe hat das Gericht in eine Bewährungsstrafe umgewandelt. Da die Aktivistin zudem schon zweieinhalb Jahre in Haft ist, könnte sie im kommenden Februar oder März freikommen. Das nähre zwar Hoffnung. „Beruhigt können aber alle, die sich für Ludschain al-Hathlul einsetzen, erst sein, wenn sie gesund in Freiheit ist“, so Kurz.

„Die Meldung zur Verurteilung Ludschain al-Hathluls erinnert uns gut drei Monate nach der Verleihung des Preises daran, wie wichtig der Beitrag aller für eine gerechtere Gesellschaft ist, in der jeder unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Nationalität, Alter und sexueller Orientierung die gleichen Rechte und Chancen erhält“, teilte der Oberbürgermeister mit. „Dafür wird sich die Stadt auch weiterhin unermüdlich in ihren internationalen Beziehungen zu anderen Städten oder Organisationen wie den Vereinten Nationen einsetzen.“ 

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