Mannheim

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Nach neun Jahren gibt Oberbürgermeister Kurz das Mandat des stellvertretenden Vorsitzenden an Dirk Grunert ab

Länger als geplant im ZI-Aufsichtsrat

Archivartikel

Eigentlich stehen auf der Tagesordnung zur Aufsichtsratssitzung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) Zukunftsplanungen. Am Donnerstag geht es aber auch um einen Personalwechsel: Oberbürgermeister Peter Kurz gibt sein Mandat als stellvertretender Vorsitzender an Gesundheitsbürgermeister Dirk Grunert ab. Kurz blickt auf „eine spannende Aufgabe in einer besonderen Phase“ zurück.

Länger als ursprünglich geplant hat Kurz im ZI-Kontrollgremium gewirkt – insgesamt neun Jahre. Angesichts des Masterplans 2020 war er der Bitte des ZI-Vorstandes nachgekommen, diese Erweiterungsetappe zu begleiten. In seine neun Jahre fielen der Neubau in K 3, die Gründung des Hector-Instituts für Translationale Hirnforschung, die Eröffnung des Zentrums für Innovative Psychiatrie- und Psychotherapieforschung, neue Therapieansätze im Adoleszentenzentrum für Jugendliche und junge Erwachsene wie auch das Wachsen der ZI-Belegschaft von 950 auf über 1300 Köpfe. Kurz würdigt das ZI aus Sicht der Stadt als „unverzichtbaren Teil der Gesundheitsversorgung“ und als „einen herausragender Standortfaktor in Forschung und Lehre – auch beim Vorantreiben der Medizintechnologie“. Seinem Nachfolger im Aufsichtsrat wie der gesamten Modelleinrichtung wünscht er viel Erfolg.

Einrichtung hat große Pläne

Dirk Grunert freut sich, als Gesundheitsbürgermeister und stellvertretender ZI-Aufsichtsratsvorsitzender die Entwicklung der für psychisch kranke Menschen so immens wichtigen Einrichtung künftig aktiv begleiten und unterstützen zu können. „Wissenschaft ist die Triebfeder für neue Therapien und wirkungsvolle Prävention“, erklärt der ZI-Aufsichtsratsvorsitzende Carsten Dose vom baden-württembergischen Wissenschaftsministerium. Aus dieser Überzeugung heraus habe sich Oberbürgermeister Kurz „mit Nachdruck für die Belange der Hochschulmedizin eingesetzt“ – am Zentralinstitut und darüber hinaus. ZI-Vorstandsvorsitzender Andreas Meyer-Lindenberg dankt ebenfalls für „großes Engagement“ und betont, dass Kurz „dabei immer die Menschen wichtig waren“ – ob als Patienten oder Mitarbeiter.

Das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit hat viel vor: Es will Standort eines künftigen Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit werden. Auf Grundlage einer Empfehlung des Wissenschaftsrats ist bereits Bundesförderung beantragt worden. Die Einrichtung, die seit ihrer Gründung im Jahr 1975 mitten in den Quadraten Krankenversorgung und Forschung eng verknüpft, will sich noch mehr als bisher in der sogenannten Translation einen Namen machen. Und das bedeutet: Wissenschaftliche Erkenntnisse sollen möglichst rasch in konkrete Behandlungskonzepte münden – egal, ob es sich um Depressionen, Schizophrenien oder Demenzen handelt.

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