Mannheim

Gesundheit Der bisher einzige stationär aufgenommene Corona-Patient ist wieder daheim

Lage in Krankenhäusern noch ruhig, aber angespannt

Archivartikel

Vor dem Klinikum stehen zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes und kontrollieren die Personalien von allen, die kommen. Hinein dürfen nur Patienten, Mitarbeiter und sonstige Berechtigte. Besucher sind nur noch in vom Leitenden Stationsarzt genehmigten Ausnahmefällen (etwa Geburt oder im Sterben liegende Angehörige) erlaubt.

Damit setzt die Universitätsmedizin – wie die anderen Mannheimer Krankenhäuser – entsprechende Beschlüsse der Bundes- und der Landesregierung um. Im Klinikum ist die Situation allerdings speziell, wie sich drinnen schon an einem weiteren Wachposten vor fünf abgeschirmten Containern erkennen lässt. Hier hat das städtische Gesundheitsamt vorige Woche einen Diagnosestützpunkt für Corona-Verdachtsfälle eingerichtet (wir berichten). Für einen Test braucht man jedoch einen individuellen, von den Behörden vergebenen Code.

An diesem Mittwoch stehen gegen 13.30 Uhr nur jeweils ein bis zwei Wartende vor den Containern. Das sei der Normalfall, pro Tag würden hier indes aktuell „deutlich mehr als 100 Menschen getestet", so sagt Klinikum-Sprecher Dirk Schuhmann. Wie viele davon positiv, darf er nicht sagen – die aktuelle Entwicklung gibt jeden Abend die Stadt bekannt. Allen Infizierten gehe es aber so gut, dass sie nicht aufgenommen werden müssten und nur unter häuslicher Quarantäne seien.

Neben der vom Gesundheitsamt eingerichteten Diagnosezentrale wird in Mannheim natürlich auch im normalen medizinischen Betrieb bei Bedarf auf Corona getestet, etwa im Theresienkrankenhaus. Genaue Zahlen dazu kann dessen Sprecher Christian Klehr zwar nicht nennen, dafür verkündet er aber eine gute Nachricht: Ein 53-Jähriger, der bislang als einziger Mannheimer Corona-Patient stationär in einer Klinik behandelt werden musste, ist am Mittwoch gesund entlassen worden.

Zwei Kontrollen negativ

Bei dem Mann seien zwei Kontrollabstriche in Folge negativ gewesen, berichtet Klehr. Der 53-Jährige sei von Corona geheilt, beschwerdefrei und „guten Mutes“ nach Hause gegangen. Von dem Mannheimer ist auf seinen Wunsch hin nur bekannt, dass er nach einer Iran-Reise Symptome aufwies, zunächst unter häuslicher Isolation stand und dann wegen einer drohenden Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Dort musste er 16 Tage bleiben. Für ihn sei eigens eine Isolierstation mit einem speziellen Team eingerichtet worden, so Klehr.

Zur aktuellen Lage im Theresienkrankenhaus, zu dem die St. Hedwig Klinik gehört und das nun mit dem Diakonissenkrankenhaus unter einem Trägerdach ist, sagt Klehr: „Wir fühlen uns gut gewappnet für alles, was da auf uns zukommt.“ Auch sein Klinikum-Kollege Schuhmann betont, man sei für die Versorgung der Bürger derzeit „gut aufgestellt“.

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