Mannheim

Geburtstag Händler Karl Kumpf wird 85 Jahre alt

Lange ein Kämpfer für den Markt

Archivartikel

„Inzwischen stehe ich bald unter Denkmalschutz“, sagt Karl Kumpf über sich – denn seinen Humor, seine ironische Schlagfertigkeit hat er keinesfalls verloren. Nur hört man ihn nicht mehr auf dem Marktplatz in G 1, denn immerhin wird der bekannte und beliebte Markthändler jetzt 85 Jahre alt. Die originellen Sprüche, für die er bekannt war, gibt er jetzt eben beim Rentnerstammtisch im Café Grimminger zum Besten oder überall, wo man ihn in der Stadt trifft.

Mehr als eine Generation lang stand er als Wild- und Geflügelhändler auf dem Markt in G 1, noch weit über seinen 75. Geburtstag hinaus. Von seiner Ehefrau Ursula gab es den einen oder anderen Tipp für einen gelungenen Gänsebraten dazu. Doch inzwischen gibt es das – zeitweise noch vom Sohn geführte – Geschäft in dieser Form nicht mehr. Zu sehr habe sich der Markt und auch das Kundeninteresse gewandelt, bedauert der „Kumpfe Karl“ oder „Karlche“, wie er genannt wurde.

Bauzeichner und Maurer

Schon als Kind hatte er in der Schule unter Gleichaltrigen mit Schokolade gehandelt, als Zehnjähriger half er im Geschäft von Großvater Johann Gödtler. Nach dem Wunsch der Eltern sollte aus dem in Feudenheim aufgewachsenen Neckarstädter Bub aber „etwas Ordentliches“ werden. Nach Maurerlehre und Bauzeichnerabschluss besuchte er tatsächlich die Darmstädter Ingenieurschule – aber nach zwei Semestern schmiss er das Handtuch.

Auf dem Markt war er nicht nur eine Institution, ja mit seinen Sprüchen, seinem Humor und seinen Späßchen ein Original. Er kämpfte auch für die Institution, konnte laut und unbequem werden. Acht Jahre als Vorsitzender, viel länger als Vorstandsmitglied führte Kumpf den Verein selbstständiger Markthändler, fungierte als Anwalt und Fürsprecher der Händler gegenüber der Stadt sowie maßgeblicher Motor der Marktfasnacht, die es leider nicht mehr gibt.

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