Mannheim

Verkehr Zahl der Verunglückten steigt durch anhaltende Schönwetterperiode 2018 und Fehlverhalten der Radfahrer

Lange trocken und warm – mehr Fahrradunfälle

Archivartikel

Im letzten Jahr haben die lang anhaltenden warmen Temperaturen zum Radfahren animiert. Eine Folge davon ist die ansteigende Zahl der Fahrradunfälle. Wie die Polizei gestern mitteilte, ist in Mannheim 2018 eine Zunahme um 19,1 Prozent zum Vorjahr zu verzeichnen. Die Zahl der dabei Verunglückten stieg auf 347 (2017: 284), um 22,2 Prozent.

„Mich würde interessieren, woran das liegt“, wundert sich die Mannheimerin Lisa Betz. Die 29-Jährige fährt mit dem Fahrrad täglich acht Kilometer zu ihrer Arbeitsstelle, entlang viel befahrener Straßen. „In Mannheim muss auf jeden Fall noch einiges getan werden, damit Fahrradfahrer gefahrenfreier von A nach B kommen“, findet sie.

Ernüchternde Zahlen

Doch Schuld hat nicht bloß die Verkehrsinfrastruktur oder das sonnige Wetter. Denn dem entgegen stünden die „ernüchternden Zahlen der Verkehrsverstöße der Radfahrenden im Kontrollmonat November“, so Verkehrspolizeichef Dieter Schäfer. Die Rangliste der Verstöße führe das Geisterfahren an. Es folge ungenügender Sicherheitsabstand und dann kämen die Rotlichtverstöße und sonstigen Vorfahrtsverletzungen.

Daher möchte die Polizei ab Aschermittwoch bis Ende März einen Kontrollschwerpunkt starten, um Radfahrer „gleich zu Beginn der Saison auf die unfallträchtigen Fehlverhaltensweisen“ aufmerksam zu machen. „Wir werden täglich in Mannheim vor- und nachmittags Kontrollen durchführen“, kündigt Polizeisprecher Dieter Klumpp an. Dabei läge der Fokus auf den Radfahrern, andere Verkehrsteilnehmer würden aber natürlich auch kontrolliert.

Schäfer empfiehlt besondere Umsicht und defensive Fahrweise. Zuletzt mahnt er den Verzicht auf die Smartphone-Nutzung an. Experten nehmen an, dass die Ursache bei jedem fünften Unfall die Ablenkung durch Handys sei, so die Polizei. Höhere Strafen für gäbe es dafür aber nicht, so Klumpp: „Das wird durch Bußgelder eingedämmt.“ Übrigens seien E-Bikes definitiv kein Grund für mehr Unfälle.

Radfahrer scheinen sich jedoch eine sicherere Verkehrslage zu wünschen. „Ich fahre auch so schon sehr vorsichtig und bin mir bewusst, wie schnell etwas passieren kann“, sagt Radfahrerin Betz. „Die Unfallzahlen motivieren mich daher, mich mehr für sicherere Fahrradwege einzusetzen.“ Senken will diese Zahlen auch die Polizei. Unfallvermeidung ginge nur gemeinsam und regeltreu. Das versuchen die Verkehrspolizisten bei ihren Überwachungsmaßnahmen im März bewusst zu machen.