Mannheim

Polizei Finanzministerium gibt Baufreigabe für 9,3 Millionen Euro teure Aufstockung des Präsidiums in L 6 / Verzögerung von über zwei Jahren

Langes Warten auf neues Lagezentrum vorbei

Archivartikel

Schon vor zwei Jahren sollte Baubeginn sein, nun wird es Ende des Jahres losgehen: Das Stuttgarter Finanzministerium hat die Baufreigabe für das neue Führungs- und Lagezentrum im Dachgeschoss des Polizeipräsidiums erteilt. Die Gesamtkosten für das Projekt, das sich dann wohl bis Mitte 2020 hinzieht, liegen bei 9,3 Millionen Euro.

Erleichtert reagierte darauf gestern Polizeipräsident Thomas Köber. „Der langersehnte Startschuss ist endlich gefallen“, freute sich Köber, „dass nun sämtliche Stolpersteine ausgeräumt sind“. Schließlich gab es mehrfach Verzögerungen.

Das Führungs- und Lagezentrum ist das Herz von jedem Polizeipräsidium, in dem alle Notrufe, Funk- und Telefongespräche einlaufen. Rund um die Uhr arbeiten hier zwei Polizeiführer vom Dienst, zehn Einsatzsachbearbeiter sowie vier Assistenten (Angestellte).

Provisorium seit 2014

Doch derzeit ist es sehr eng, weil seit der Polizeireform zum 1. Januar 2014 und damit der Zusammenlegung der ehemaligen Polizeidirektion Heidelberg und des früheren Mannheimer Präsidiums von L 6 aus alle Einsätze in Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis gesteuert werden – ein Gebiet mit einer Million Einwohner. Und doch gibt es nur ein enges Provisorium.

Zwar sollten bereits im September 2016 die Arbeiten für ein neues Führungs- und Lagezentrum losgehen, das Geld war bewilligt. Doch die neue grün-schwarze Landesregierung legte dann alle Investitionen im Zuge der Polizeistrukturreform auf Eis, weil die ganze Reform auf den Prüfstand kam. In Mannheim verstand das keiner, denn die Auflösung des vergrößerten Polizeipräsidiums stand gar nicht zur Diskussion. Dann traten weitere Probleme auf. Wegen des Eingriffs in die bestehende Bausubstanz verlor das Gebäude in L 6 den Bestandsschutz, daher wurden zusätzlich Brandschutz-Arbeiten nötig. Weil das in den 1950er-Jahren errichtete vierte Obergeschoss des Gebäudeflügels für die Aufstockung zurückgebaut und durch eine neue Dachkonstruktion ersetzt wird, waren auch längere Gespräche mit dem Denkmalschutz nötig. Das alles sorgte für Mehrkosten. Zudem muss der Umbau jetzt bei laufendem Betrieb erfolgen. Für Köber gleicht das „einer Operation am offenen Herzen“ mit „spürbaren Belastungen für die Belegschaft, aber das Ziel rechtfertigt alle Anstrengungen“, sagte er.