Mannheim

Bildung Neuer Dezernent Dirk Grunert besucht Kepler- und Kerschensteiner-Gemeinschaftsschule

„Leistungsstark und gerecht“

Archivartikel

Die Nachfrage ist hoch. Zu hoch, um alle Jugendlichen, die an eine der beiden Mannheimer Gemeinschafsschulen (GMS) gehen möchten, zu berücksichtigen: „Wir platzen aus allen Nähten“, berichtet Birgitta Hillebrandt, Leiterin der Johannes-Kepler-Gemeinschaftsschule in K 5. Ihr Adressat ist neben den Stadträtinnen Stefanie Heß (Grüne) und Nalan Erol (Linke) unter anderem der neue Bildungsdezernent Dirk Grunert.

„Das ist mein allererster Schulbesuch im Amt“, sagt der bisherige Grünen-Fraktionsvorsitzende. Gewählt hat er die Bildungseinrichtung am Luisenring nicht nur, weil zurzeit die landesweite Woche der Gemeinschaftsschulen läuft. Er setzt ebenfalls ein Zeichen für eine „leistungsstarke und sozial gerechte Schule“, die „besondere Chancen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen“ biete. Gleich im Anschluss geht es denn auch auf die Schönau, zur Kerschensteinerschule.

Platz für Erweiterung fehlt

„Natürlich sind mir alle Schulen wichtig“, fügt Grunert hinzu. Aber die intensive individuelle Förderung sei beispielgebend – was sich nicht zuletzt an der Nachfrage zeige. Mehr als 900 Schüler gehen nach K 5 und auf die Schönau – Tendenz steigend.

Im Norden der Stadt läuft die GMS seit Spätsommer 2013, dort ist der Aufbau von drei Zügen abgeschlossen. K 5 startete in der gleichen Größenordnung drei Jahre später. „Wir dürften vierzügig, aber wir haben keinen Platz“, so Hillebrandt. Und das, obwohl schon Klassen mit über 30 Schülern eingerichtet wurden, der Teiler liegt eigentlich bei 28.

Zwar investiert die Stadt ab dem kommenden Frühjahr am Luisenring fast elf Millionen Euro in Brandschutz, Fassade, Mensa- und Fachraumerweiterung. Auch auf der Schönau entsteht für rund vier Millionen Euro eine neue Mensa – und an der Stelle der alten ein naturwissenschaftlicher Fachraum mit Nebenräumen. Am grundsätzlichen Raumproblem ändert sich dadurch aber nichts. Grunert hofft deshalb, dass sich „irgendwann eine andere Schule“ in Mannheim auf den Weg zur GMS macht.

Die neue Schulform, darin ist er sich mit den Pädagogen einig, sorge in sozialer Hinsicht für eine „ausgewogene Mischung“. Ein großer Teil der Schüler stamme zwar aus der Nachbarschaft, gut ein Drittel komme dagegen aus anderen Stadtteilen – wegen der besonderen Angebote der GMS. Was hier geboten wird, erläuterten neben Hillebrandt und ihrem Stellvertreter Thorsten Kuß die Lehrer Norbert Holzmeister, Neslihan Kücük-Langer und Christiane Böttcher.

Kücük-Langer berichtet beispielsweise über ein seit September laufendes Kooperationsprojekt mit dem Deutsch-Türkischen Institut für Arbeit und Bildung. Es ermöglicht direkte Kontakte zu Betrieben und Praktika als Vorstufe zu einem Ausbildungsplatz. Ebenfalls seit September arbeitet die Kepler-GMS mit Carl-Benz-, Friedrich-List-, Helene-Lange-Schule und Elisabeth-Gymnasium zusammen, um Realschülern den Übergang aufs Gymnasium zu ermöglichen. Die Unterstützung durch die Bildungspartner, so Hillebrandt, sei gar nicht hoch genug einzuschätzen.

Zum Thema