Mannheim

Nachruf Siegfried Helmstädter mit 88 Jahren gestorben

Liebe zu Pflanzen und Stahl

Für die Hartung-Matinee im Februar hat er noch Blumen gestiftet. Doch nun ist Siegfried Helmstädter (Bild), der 27 Jahre Kreisgärtnermeister war, nach kurzer Krankheit und gut zwei Wochen nach seinem 88. Geburtstag, endgültig eingeschlafen. Am kommenden Dienstag wird der populäre Friedrichsfelder Gärtner, der sich im Ruhestand der Gestaltung von Stahlskulpturen zuwendete, um 11 Uhr in der Friedhofskapelle seines Stadtteils dann zur letzten Ruhe geleitet.

Zupackend, bodenständig und sympathisch repräsentierte er seinen Berufsstand. Ob Blumenschmuckwettbewerb, Maimarkt, Rettichessen, Geranienmarkt, „Blühender Herbst“ oder die traumhaft dekorierten, leider längst eingestellten Bälle der Konditoren und Gärtner – sehr geschickt, pfiffig und kreativ sorgte er dafür, dass sein Berufsstand stets gut im Gespräch war. Dafür war der Boden bereits gut bereitet: 1976, im Jahr nach der Bundesgartenschau, übernahm er nach zwölf Jahren als Stellvertreter die Führung des Kreisgartenbauverbands, blieb bis zum Jahr 2000 an der Spitze und wurde dann zum Ehren-Kreisgärtnermeister ernannt. Zudem war Helmstädter Mitbegründer und 27 Jahre im Aufsichtsrat des Blumengroßmarkts.

Skulpturen gestaltet

1968 hatte er in der Gartenbauschule Heidelberg die Meisterprüfung abgelegt und dann den elterlichen Gartenbaubetrieb gepachtet, der Ende der 1980er Jahre geschlossen wurde. Als zweites Standbein führte er die Firma Sihema-Wohngarten-Gestaltung, die er 1997 an einen ehemaligen Meister übergab. Ehrenamtlich stand er an der Spitze des Friedrichsfelder Reit- und Fahr-Vereins, wo er Ehrenvorsitzender wurde. Noch bis vor zehn Jahren war er auch selbst aktiver Reiter, spielte Tennis, feierte gerne bei den „Löwenjägern“, unterstützte gerne den Badischen Rennverein sowie Friedrichsfelder Gesangvereine.

Außer der Liebe zu Pflanzen gestaltete er auch oft Behältnisse für sie aus Holz, weshalb er mal scherzhaft „Kreissägemeister“ genannt wurde. Bei der Landesgartenschau Hockenheim 1991 hat Helmstädter den Stahl für sich entdeckt, noch bis nach seinem 85. Geburtstag schwere Stahlteile herumgewuchtet und zu Skulpturen geformt. Einige stehen in der Region in der Öffentlichkeit, etwa auf dem Parkgräberfeld auf dem Hauptfriedhof, und erinnern auf Dauer an ihn. pwr