Mannheim

Kurzstreckenticket Weitere Reaktionen zum SPD-Antrag

Linke: „Wo bleibt der Sozialtarif?“

Mannheim.„Schön, dass Menschen mit Smartphone durch den ,eTarif’ auf kürzeren Strecken mit Bus und Bahn gegenüber den herkömmlichen VRN-Tarifen ganz schön Geld sparen können – aber wo bleibt der Sozialtarif?“ Diese Frage stellen die Linken-Stadträte Gökay Akbulut und Thomas Trüper. Sie verweisen in der Debatte um das von der SPD geforderte, am Automaten erhältliche Kurzstreckenticket (wir berichteten) auf ihre seit Jahren im Raum stehende Forderung nach dem speziellen Tarif für Empfänger von Transferleistungen. „Dadurch gewinnt die RNV neue Kunden, die bisher auf Nahverkehrsleistungen weitgehend aus finanziellen Gründen verzichten mussten“, so Trüper. Akbulut fordert, dass es das Kurzstreckenticket auch in Papierform aus dem Automaten geben müsse, weil sich viele Menschen kein Smartphone leisten könnten oder wollten.

Vier Anträge zur Gemeinderatssitzung am 20. Februar haben Akbulut und Trüper gestellt. Sie möchten damit, wie sie sagen, die Diskussion über neue und sozialere Tarife auf eine bessere Faktenlage stellen.

Die Bürgerfraktion dagegen nennt den SPD-Antrag „linkspopulistisch“. „Der Subventionsbedarf des ÖPNV in Mannheim darf nicht steigen“, findet Stadtrat Eberhard Will. Solange der VRN dies nicht mit Zahlen belege, könne die Bürgerfraktion dem Antrag nicht zustimmen. Das Kurzstreckenticket sei für die SPD nur ein Trojanisches Pferd. „Ihr eigentliches Ziel ist, dass Busse und Bahnen scheinbar kostenlos fahren und überwiegend von denen finanziert werden, die den ÖPNV überhaupt nicht nutzen.“

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