Mannheim

Kunsthalle 2019/20 längerer Urlaub für Aufenthalt an Museen im Ausland geplant

Lorenz nimmt Auszeit in USA

Direktorin Ulrike Lorenz wird sich 2019/20 für insgesamt fünfeinhalb Monate von der Leitung der Kunsthalle zurückziehen. In dieser Sabbat- und Studienzeit will sie hauptsächlich an Museen im Ausland, besonders in Amerika, arbeiten, dort Erfahrungen sammeln und Kontakte vertiefen. Das hat sie dieser Zeitung jetzt auf Anfrage bestätigt.

Die Stadtverwaltung hat der Auszeit ausdrücklich zugestimmt. Vom 28. Oktober 2019 bis 28. Februar 2020 nimmt sie Urlaub, darunter mehrere bis dahin aufgesparte Wochen der Vorjahre. Vom 13. Juli bis 4. September 2020 kommt unbezahlter Urlaub hinzu. Insofern unterscheidet sich der Fall von Lorenz von dem katholischen Stadtdekan Karl Jung, dem die Erzdiözese Freiburg von Januar bis April diesen Jahren vier Monate eine bezahlte Fortbildung bewilligte (wir berichteten).

„Mein Motiv ist einfach, dass ich meiner Arbeitsbiografie noch einen fundierten Auslandsaufenthalt hinzufüge“, erklärte Lorenz ihre Entscheidung. „ins Ausland zu gehen – das war mir nicht gegeben in der DDR“, so Lorenz, die in Gera geboren ist. Nach der Wende habe sie dann so schnell Karriere gemacht, dass dies auch nicht mehr möglich gewesen sei.

Mit den Harvard Art Museums, die zur Harvard University gehören und aus drei Museen mit zusammen 250 000 Kunstwerken bestehen, habe sie bereits eine Vereinbarung über einen Arbeits- und Forschungsaufenthalt geschlossen. „Da gab es schon vorher gute Kontakte, und da genieße ich hervorragende, sehr kollegiale Unterstützung“, so Lorenz dankbar. Zudem plane sie weitere Aufenthalte an anderen Häuser, „aber da bin ich erst dabei, das zu organisieren – es dauert ja noch eine Weile, bis es losgeht.“

Ausstellungen gehen weiter

Ein Blick von Außen, so ist Lorenz überzeugt, „kann auch uns in Mannheim und mir danach wieder in der Kunsthalle zugutekommen“. In Mannheim „unterschätzt man ja oft, was hier geleistet wird – anders als wenn man das mit fremden Augen reflektiert“, so die Direktorin. Sie freue sich sehr auf „neue, wichtige Eindrücke“. Dafür sei 2019/20, dann eineinhalb Jahre nach der Eröffnung des Neubaus, auch genau der richtige Zeitpunkt.

Dabei habe sie „sehr darauf geachtet, dass das Haus keinen Schaden nimmt“, hebt Lorenz hervor. Die Termine seien „präzise mit den geplanten Ausstellungen wie mit der Haushaltsplanung und allen strategischen Fragen für das Haus abgestimmt“, betont sie. Ihre Stellvertreterin Inge Herold übernehme alle repräsentativen und fachlichen Themen in dieser Zeit, der kaufmännische Leiter Stephan N. Barthelmess Verwaltung und Finanzen.

Das Ausstellungsprogramm gehe selbstverständlich auch in ihrer Abwesenheit weiter. Vom 27. September 2019 bis 19. Januar 2020 ist unverändert die große Sonderschau zu Henri Matisse geplant, im Frühjahr 2020 eine zeitgenössische Betrachtung zu „Terror in der Kunst“, die Sebastian Baden, Kurator zeitgenössische Kunst und derzeit verantwortlich für die Jeff-Wall-Sonderschau, kuratiert. Dann gestalte Herold wieder eine Ausstellung. „Es läuft alles“, betont sie daher.

Info: Dossier unter morgenweb.de/kunsthalle