Mannheim

Natur Die Flatterulme ist resistent genug, um den Herausforderungen des Klimawandels zu trotzen / Grünanlage rüstet sich für Bundesgartenschau

Luisenpark bekommt neue Bäume

Archivartikel

Sie wird bis zu 35 Meter hoch und soll dem angrenzenden Spielplatz in Zukunft ausreichend Schatten spenden. Die Flatterulme ist der jüngste Baum, den Chef-Gärtnerin Ellen Oswald im Luisenpark pflanzen durfte. „Diese spezielle Ulme kommt gut mit großer Hitze und Trockenheit klar“, erklärte die Fachfrau gestern Nachmittag im Rahmen der Pflanzaktion. Die Erfahrungen mit den letzten Sommerhalbjahren hatten bei der Auswahl der Baumsorte durchaus eine Rolle gespielt. Am Ende war es die Flatterulme, die der Herausforderung Klimawandel am ehesten gewachsen schien. Bei der Wahl der richtigen Pflanze verließ sich die Sparkasse Rhein-Neckar-Nord, die den Baum spendete, auf die Expertise der Parkgärtner. Bei der Pflanzung griff Helmut Augustin, Vorstandsmitglied des Bankhauses, aber selbst zur Schaufel. Ihm zur Seite standen Bürgermeisterin Felicitas Kubala, Luisenpark-Geschäftsführer Joachim Költzsch und Thomas Vogt vom Förderkreis Freunde des Luisenparks.

Angrenzend an den Wasserspielplatz ragt der Baum des Jahres 2019 aus der Erde und benötigt nun einen gesunden Mix aus Sonne und Regen, um gut gedeihen zu können. „Zum Glück sind Flatterbäumen sehr genügsam“, erklärte Oswald und erinnerte, dass das nicht immer so war. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts löste ein aggressiver Käfer ein Ulmensterben in Europa aus. Als Folge wurden resistentere Sorten gezüchtet, deren Paradebeispiel die Flatterulme ist. Ihr Name leitet sich von den Blüten ab, deren lange Stiele im Wind schnell flattern.

Vielen Besuchern wichtig

Mit der gestrigen Pflanzung hält der Trend zu mehr Bäumen im Luisenpark an. Allein 36 Jungpflanzen kamen 2018 hinzu, in diesem Jahr war die Flatterulme der bereits sechste Neuzugang. „Unsere Bäume sind ein Pfund“, erklärte Ellen Oswald. Die gelernte Baumschulmeisterin weiß, dass viele Besucher die große Vielfalt im Park zu schätzen wissen. Die Platanen seien bis zu 150 Jahre alt und viele Kastanien hätten schon 80 Jahre auf dem Buckel, sagte Oswald und fügte hinzu: „Viele der Zierbäume sind hingegen im Vorfeld der Bundesgartenschau 1975 gepflanzt worden.“

Dass Mannheim den Zuschlag für die Bundesgartenschau 2023 bekommen hat, ist auch der Hauptgrund für die jüngste Pflanzoffensive. „Für dieses Ereignis rüsten wir uns“, betonte Oswald. Ein weiteres Argument ist die hohe Nachfrage nach den finanziell lukrativen Baum-Patenschaften. Bis Ende des Jahres sollen noch rund zehn weitere Bäume die Vielfalt des Luisenparks bereichern.

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