Mannheim

Luzenberg: Güterzug erfasst 22-jährige Bulgarin und ihre beiden Kinder

Archivartikel

Mannheim.Nach dem tragischen Zugunglück am frühen Samstagabend im Mannheimer Stadtteil Luzenberg stehen die Identitäten der Opfer nun fest. Wie die Polizei mitteilte, handelt es sich um eine 22-jährige Frau bulgarischer Herkunft, ihre eineinhalbjährige Tochter sowie ihren vierjährigen Sohn. Als die Polizei am Samstagabend um kurz nach halb acht die erste Nachricht über den Unfall auf dem Luzenberg verschickte, war die Dimension dieses Unglücks aus der Mitteilung noch nicht herauszulesen. Wegen eines „Personenunfalls“ sei die Bahnstrecke zwischen Mannheim und Frankfurt seit 18 Uhr gesperrt“, hatten Bahn und Polizei vermeldet. Dass eine Mutter und ihre beiden Kleinkinder bei dem Unfall an der Haltestelle Luzenberg ums Leben kamen, wurde erst später klar. Sie waren von einem Güterzug erfasst und getötet worden.

Nach ersten Erkenntnissen hatte sich die Frau mit ihren Kindern bei Angehörigen in Mannheim aufgehalten und wollte sich mit der Bahn wieder auf den Heimweg in eine südhessische Gemeinde begeben. Hierfür wollte die Frau die Gleise im Bereich der S-Bahn-Haltestelle überqueren, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums dieser Redaktion. Außerhalb der Haltestelle sei ein Überqueren schwierig, da hier Schallschutzwände und Zäune ein Betreten der Gleise fast unmöglich machten, so der Sprecher. Erste Ermittlungen gehen davon aus, dass die Frau mit ihren beiden Kleinkindern von der Luzenbergstraße aus in Richtung Stationsstraße über die Schienen wollte. Der Güterzug, der in Richtung Frankfurt unterwegs war, erfasste die Familie. „Die Ermittler gehen von einem tragischen Unglücksfall aus. Hinweise auf Fremdverschulden oder Suizid liegen derzeit nicht vor“, heißt es in der Mitteilung. Die Bahnstrecke Mannheim-Frankfurt war zwischen Hauptbahnhof und Waldhof von 18 bis 23 Uhr gesperrt.