Mannheim

Unterhaltung Cornelia Klary und Melanie Kuhnert vom Verein SpieleMA erklären, warum Gesellschaftsspiele wichtig sind und was Empfehlungen schwierig macht

„Man lernt immer wieder Neues“

Der Verein SpieleMA veranstaltet am Wochenende 10. und 11. November wieder „Mannheim spielt!“. Cornelia Klary (57) aus Malsch und Melanie Kuhnert (39) aus Mannheim gehören zu den Gründern und sind auch ehrenamtlich beim Spieleverleih tätig. Im Interview sagen sie, was sie von der Auszeichnung „Spiel des Jahres“ halten, nennen ihre persönlichen Lieblinge und geben Tipps für Familienspiele.

Frau Kuhnert, Frau Klary, was erwidern Sie Kritikern, die sagen, Gesellschaftsspiele seien langweilig, weil es da nur um Strategien gehe und darum, dass am Ende einer gewinnt?

Melanie Kuhnert: Da gibt es viel mehr, bei manchen hängt viel vom Glück ab und andere Spiele sind kooperativ, so dass alle Spieler gemeinsam gewinnen oder verlieren.

Sehen Sie das auch so, Frau Klary?

Cornelia Klary: Bestimmte Spiele fördern auch die Aufmerksamkeit und die Koordination. Vor allem Familienspiele sind eher locker und Glück ist wichtig.

Bei dem Spiel „Concept“ hatte ich zuletzt viel Spaß. Dabei geht es darum, Begriffe zu raten, Assoziationen sind wichtig und ein Gefühl dafür, wie die Mitspieler denken. Kennen Sie es?

Klary: Das ist ein Partyspiel, die mag ich nicht. Kuhnert: Mir gefällt es. Das ist ein anderes Konzept, das man sonst nicht so kennt.

„Concept“ stand immerhin auf der Nominierungsliste für das „Spiel des Jahres“ 2014. Der Verein vergibt sozusagen den „Oscar“ der Brettspiele. Sind Käufer auf der sicheren Seite, wenn sie sich so Spiel holen?

Kuhnert: Nein, das kommt auf ihren Geschmack an, man muss individuell entscheiden. Viele Kunden kenne ich schon und weiß, was ihnen gefällt. Klary: Die Empfehlung „Spiel des Jahres“ ist stark auf Familien ausgerichtet. Wenn jemand kommt, um bei uns Spiele auszuleihen, beraten wir. Wenn sie sich nicht gut auskennen, empfehle ich Party- oder Familienspiele und keine, wo Strategie wichtig ist. Viele kennen die altbewährten Schlager wie Monopoly oder Risiko. Dann frage ich, ob es in die Richtung oder etwas schwerer sein soll.

Was fasziniert Sie selbst an Brett- und Kartenspielen?

Kuhnert: Das gemütliche Beisammensein mit Freunden und Bekannten sowie die Spiele und ihre Mechanismen kennenzulernen. Klary: Die Gemeinschaft und man ist mit jedem sofort per Du. Die Spiele fordern einen auch, man lernt immer wieder Neues. Außerdem können Kinder mit Erwachsenen spielen. Gerade bringe ich meinem sechsjährigen Großneffen einiges bei.

Was sind ihre Lieblingsspiele?

Klary: Ich bevorzuge Strategiespiele, die ich auch allein spielen kann. Zum Beispiel von Uwe Rosenberg „Nusfjord“. Kuhnert: „Menara“, das ist kooperativ. Es geht darum, mit ruhiger Hand einen Tempel aufzubauen, der nicht zusammenfällt. Offiziell ab acht Jahren geeignet, ich habe es auch schon mit einem Siebenjährigen gespielt.

Wie oft spielen sie Brettspiele?

Kuhnert: Fast täglich. Klary: Jeden Tag, auch im Internet unter www.yucata.de. Da kann man sozusagen Brettspiele gegen andere machen.

Stichwort Internet – viele Leute machen dort gern Rollenspiele. Welche Gesellschaftsspiele empfehlen sie für die?

Kuhnert: Mein Tipp ist „Imperial Assault“. Klary: Wer sich dafür interessiert, sollte mal zum Rollenspielverein Kurpfalz gehen. Die treffen sich regelmäßig im Dalberghaus.

Und was ist für Kinder ab acht Jahren und Erwachsene gleichermaßen geeignet?

Klary: Ich empfehle „Honigbienchen“. Das ist für Kinder ab vier Jahren geeignet, die es gut mit ihren Großeltern spielen können. Dabei wird das Gedächtnis trainiert. Kuhnert: „Icecool“ ist ein Schnipp-Spiel, wo Kinder ab sechs Jahren mitmachen können. Es ist ein Wettrennen mit Pinguinen, die man so schnippt, dass sie hüpfen oder rollen. Die Schachtel wird zum Spiel, das gefällt mir sehr.