Mannheim

Jungbusch Polizei sucht Zeugen von nächtlichem Vorfall

Mann schlägt vier Frauen zu Boden

Archivartikel

Jungbusch am Sonntagmorgen um sieben Uhr: Vier Frauen sind auf dem Nachhauseweg nach Heidelberg, als sich ihnen ein Mann in den Weg stellt. Ann-Kathrin Schneck, eine der Frauen, berichtet von sexueller Belästigung. „Als wir uns verbal wehrten“, sagt sie, „wurden wir auch körperlich angegriffen“. Der Mann soll die vier Frauen zu Boden geschlagen haben, „obwohl wir Hilfe durch eine Gruppe Außenstehender bekamen“, sagt Schneck. Die Frauen melden den Vorfall kurz nach der Tat der Polizei, die sich auf Nachfrage dieser Zeitung dazu äußert. Denn der Vorfall ereignete sich bereits am vergangenen Wochenende in der Nacht von Samstag auf Sonntag.

Die Polizei schildert die Situation etwas anders. Ein Polizist hatte die Anzeige noch an dem Morgen aufgenommen. Sprecher Norbert Schätzle erklärt: „Einen sexuellen Hintergrund können wir nicht erkennen, aber eine gefährliche Körperverletzung.“ Er berichtet nach Angaben der Frauen, dass sich ihnen ein Mann in den Weg gestellt, sie „angemacht“ oder angepöbelt und herumgeschubst habe. Dann sollen drei Männer den Aggressor unterstützt haben – so habe es der Polizist zu Protokoll gegeben. Schneck wird sich nochmals mit den Beamten in Verbindung setzen, um den Sachverhalt richtig zu stellen, sagt sie im Gespräch mit dieser Zeitung. „Uns wurde geholfen, nicht dem Täter.“

Täter: speckig und kahlrasiert

Die Frauen erlitten Prellungen, Schürf- und Kratzwunden, „wollten aber selbst zum Arzt gehen“, so Schätzle. Die sofort eingeleitete Fahndung und auch die Ermittlungen haben bisher nichts ergeben. Darum sucht die Polizei Zeugen. Der Haupttäter wird, wie folgt, beschrieben: etwa 1,80 Meter groß, um die 30 Jahre alt, speckige Statur, hellbrauner Teint, kahlrasierter Kopf, Drei-Tage-Bart. Er soll gebrochen Deutsch gesprochen haben. Wer Hinweise zu dem Vorfall geben kann, soll sich beim Innenstadtrevier unter Tel. 0621/12580 melden.

Die Frauen um Ann-Kathrin Schneck haben sich beim „MM“ gemeldet, weil sie sich Gehör verschaffen wollen: „Wir wurden gedemütigt und verletzt, wir hatten Angst, uns wurde unsere körperliche Unterlegenheit bewusst gemacht, aber wir lassen uns nicht unterkriegen“, schreibt Schneck. Die Freundinnen haben sich auch mit dem Nachtbürgermeister Hendrik Meier getroffen. Er will sich darum kümmern, dass das Nachtleben sicherer wird. ena

Zum Thema