Mannheim

Mannheim: Bewährungsstrafe für falsche Pflegedienst-Leiterin

Mannheim.Zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren hat das Amtsgericht Mannheim am Donnerstag eine 51-Jährige verurteilt, die in Mannheim einen Pflegedienst leitete, ohne die dafür notwendige Ausbildung gemacht zu haben.

Ursprünglich sollte der Fall bereits an einem Tag im März verhandelt werden. Kurz vor Eröffnung der Verfahrens wies Verteidigerin Brigitte Bertsch damals allerdings überraschend auf eine sozialrechtliche Änderung aus dem Jahr 2018 hin. Demnach dürften bestimmte Leistungen auch von nicht dafür ausgebildeten Personen durchgeführt werden, welche die Angeklagte ohne entsprechende Qualifikation unter anderem erbracht haben soll. Deswegen wurde der Prozess verschoben.

Wegen der Länge des Verfahrens gelten drei Monate der zweijährigen Bewährungsstrafe als verbüßt. Von Oktober 2013 bis Ende September 2014 hatte die Frau mit gefälschten Qualifikationsnachweisen als Inhaberin und Geschäftsführerin den ambulanten Pflegedienst betrieben. Um die Tätigkeit aufzunehmen und die Zulassung zur Erbringung von Leistungen der häuslichen Krankenpflege und Haushaltshilfe zu erhalten, hatte die 51-Jährige dem Verband der Ersatzkassen mehrere gefälschte Dokumente vorgelegt. Aufgeflogen ist der Betrug durch eine Überprüfung beim medizinischen Dienst der Krankenkassen. Insgesamt entstand den betroffenen Pflegekassen ein Gesamtvermögensschaden in Höhe von mehr als 64.000 Euro. (kako/lok)  

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