Mannheim

Mannheim: Prostituierte zu vier Jahren Gefängnis verurteilt

Archivartikel

Mannheim.Die Prostituierte, die einem Freier ein einschläferndes Beruhigungsmittel in die Cola geworfen und Bargeld samt EC-Karte an sich genommen hat, bleibt in Haft. Wegen schweren Raubes, schwerer Körperverletzung und Diebstahls ist die Bulgarin von einer Kammer des Mannheimer Landgerichts zu einer Gefängnisstrafe von insgesamt vier Jahren verurteilt worden – ein Monat weniger als der Staatsanwalt gefordert hat.

In dem Prozess ging es um zwei Tatkomplexe mit ähnlichem Sachverhalt, die sich jeweils in den Wohnungen der Freier abgespielt haben: In einem Fall hat die Frau 1500 Euro Bargeld, in einem anderen 760 Euro gestohlen. Die angeklagte 39-Jährige – Mutter von zwei erwachsenen Kindern, die sie in Bulgarien finanziell unterstützt - zeigte sich in dem Verfahren weitgehend geständig. Allerdings kreidete ihr das Gericht an, dass sie aus ihren Vorstrafen in Zusammenhang mit Eigentumsdelikten nichts gelernt hat.

Die Prostituierte, die weder lesen noch schreiben kann, und aufgrund ihrer desolaten Lebensverhältnisse vor ihrer Verhaftung im Oktober 2018 keinen festen Wohnsitz hatte, erklärte, auf Rechtsmittel verzichten zu wollen. „Damit möchte ich meine schnelle Abschiebung ermöglichen“, übersetzte die Dolmetscherin  ihr Motiv, das Urteil noch im Gerichtssaal anzuerkennen.  

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