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Mannheim: Schwangere Partnerin misshandelt und vergewaltigt – Kind verstorben

Mannheim.Die Partnerin misshandelt, den Ex-Liebhaber verprügelt, im Café in den Bauch geschossen, am Alten Messplatz um sich gestochen oder kiloweise Drogen im Garten gebunkert - das Mannheimer Landgericht verhandelt demnächst mehrere spektakuläre Prozesse. 

Mannheim: Schwangere Partnerin misshandelt und vergewaltigt – Kind verstorben

Einem 37 Jahre alten Mann wird vorgeworfen, Ende September 2018 seine schwangere Partnerin körperlich misshandelt zu haben. Wie das Landgericht Mannheim mitteilte, soll er die Frau ebenfalls vergewaltigt und unterbunden haben, dass sie in ein Krankenhaus gebracht wird. Zu einem späteren Zeitpunkt starb das ungeborene Kind im Mutterleib. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft.

Das Paar habe sich seit Anfang 2018 vorübergehend in Deutschland aufgehalten und auf einer Grünfläche in Mannheim in einem Zelt gelebt. Am Abend des 28. September soll er in stark alkoholisiertem Zustand seiner Partnerin erhebliche Vorwürfe wegen angeblicher Verhältnisse mit anderen Männern gemacht haben. Daraufhin habe er sie mit Schlägen und Tritten misshandelt. Der Sohn des Mannes soll die Misshandlung mitbekommen und eine in der Nähe wohnende Bekannte um Hilfe gebeten haben. Weder die Bekannte noch die herbeigerufene Polizei hätten jedoch das Paar entdecken können. Nachdem die Suche daraufhin beendet worden war, soll der Mann die Frau vergewaltigt haben.

Kurz vor Mitternacht habe er seinen Neffen gebeten, die Frau zu seiner Schwester nach Ludwigshafen zu bringen. Mit erheblichen Drohungen habe er die Bemühungen seiner Familie, die Frau in ein Krankenhaus zu bringen, unterbunden. Deshalb habe sie sich mehrere Tage ohne medizinische Versorgung bei der Schwester des Angeklagten aufgehalten: Zu einem nicht mehr näher bestimmbaren Zeitpunkt in diesem Zeitraum soll das ungeborene Kind im Mutterleib verstorben sein. Der Zustand der Frau habe sich am Nachmittag des 3. Oktober sehr verschlechtert und sie wurde von Familienmitgliedern in ein Krankenhaus gebracht.

Der Prozess gegen den Angeklagten, unter anderem wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, beginnt am Dienstag, 18. Juni 2019 um 9 Uhr. Fortsetzungstermine: 19., 24., 25. Juni, 09. und 11. Juli 2019, jeweils 9 Uhr.

 

Mann in Schwetzinger Café in den Bauch geschossen – 37-Jähriger muss sich verantworten

Ein 37-Jähriger soll am Abend des 27. Dezember 2018 einem Mann in einem Schwetzinger Café in den Bauch geschossen haben. Wie das Mannheimer Landgericht mitteilte, waren die Männer in dem Café in Streit geraten.  Die zunächst verbal, später auch körperlich geführte Auseinandersetzung soll durch das Einschreiten weiterer Gäste beendet worden sein. Der später angeschossene Mann soll das Café verlassen haben, später aber wieder zurückgekehrt sein – das habe zu einer Fortsetzung der Auseinandersetzung geführt. Der Angeklagte soll daraufhin eine Pistole gezogen und dem Mann in den Bauch geschossen, ihn auf den Boden geworfen und auf ihn eingeschlagen haben. Im Gerangel um die Waffe habe der Angeklagte einen weiteren Schuss abgegeben und den Kontrahenten an der linken Hand verletzt. Dieser habe mit Gläsern nach dem 37-Jährigen geworfen, das Lokal verlassen und sei dann vor dem Eingangsbereich zusammengebrochen. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht und operiert. Der Angeklagte verließ das Lokal und wurde kurze Zeit später festgenommen.

Der Angeklagte, der sich in Untersuchungshaft befindet, muss sich ab Dienstag, 11. Juni (9 Uhr), unter anderem wegen Verdachts des versuchten Totschlags vor Gericht verantworten. Fortsetzungstermine: 27. Juni, 1., 5., 9., 23. und 26. Juli 2019, jeweils 9 Uhr.

 

Mannheim: Geschäftsführer mit Elektroschocker und Schreckschusspistole überfallen  

Drei jungen Männern im Alter von 20 und 22 Jahren wird vorgeworfen, am 25. Dezember 2018 den Geschäftsführer einer GmbH in einem zur Rheingoldhalle in Mannheim gehörenden Verwaltungsgebäude überfallen zu haben. Einer der jungen Männer habe einen Elektroschocker, ein anderer eine Schreckschusspistole mit sich geführt. Durch Vorhalten der Pistole sollen sie den Geschäftsführer gezwungen haben, den Tresor der GmbH zu öffnen. Die Angeklagten sollen versucht haben, den Mann zu fesseln. Dabei habe dieser sich zur Wehr gesetzt, was schließlich zur Flucht der Angeklagten geführt habe. Bei dieser Auseinandersetzung soll der Geschäftsführer einen Schlag mit der Pistole erhalten haben. Zwei der Angeklagten sollen zur Tatzeit 19 Jahre alt und damit im juristischen Sinne Heranwachsende gewesen sein. Alle drei befinden sich ebenfalls in Untersuchungshaft. Sie müssen sich unter anderem wegen Verdachts des besonders schweren Raubes verantworten.  

Prozessauftakt ist am Freitag, 21. Juni 2019, um 9 Uhr. Fortsetzungstermine: 24. Juni, 8., 12., 15., 18., 25. und 26. Juli 2019, jeweils 9 Uhr, außer 12. und 18. Juli: jeweils 13 Uhr.    

 

Ehemaligen Liebhaber nach Mannheim gelockt, mit Nunchaku angegriffen und schwer verletzt

Zwei Männern und einer Frau wird vorgeworfen, einen Mann nach Mannheim gelockt und dann unter anderem mit einem Nunchaku angegriffen und schwer verletzt zu haben. Bei einem Nunchaku handelt es sich um einer asiatische Waffe, die aus zwei Stäben besteht, die mit einer Kette verbunden sind. Wie das Landgericht mitteilte, sollen sich die Frau und einer der Angeklagten im September 2018 getrennt haben, daraufhin sei der Mann aus der ehelichen Wohnung ausgezogen.

Daraufhin soll die Frau eine kurze Beziehung mit dem späteren Opfer gehabt haben. Das habe dem Ehemann missfallen, das Ehepaar habe sich daraufhin wieder angenähert. Am Morgen des 13. November habe das Paar beschlossen, den ehemaligen Liebhaber in die Wohnung nach Mannheim zu locken, um ihm Schläge zu verpassen. Des Weiteren habe der Ehemann mit dem zweiten Angeklagten, der im Besitz eines Nunchaku war, geplant, das Opfer vor dem Anwesen in Mannheim abzupassen und zusammenzuschlagen. Am Abend des 13. November sei der Mann in Mannheim angekommen, nachdem ihn die Frau mehrfach angerufen hatte.

Im Hauseingang soll der Mann von den angeklagten Männern abgepasst und massiv, unter anderem mit dem Nunchaku, angegriffen worden sein. Die beiden Angeklagten sollen mit Schlägen und Tritten auch noch gegen den bereits am Boden liegenden Mann vorgegangen sein, wobei sie auch auf dessen Kopf gezielt und daher mit bedingtem Tötungsvorsatz gehandelt haben sollen. Aufgrund der Hilferufe seien Nachbarn auf das Geschehen aufmerksam geworden, daraufhin seien die beiden Angeklagten geflüchtet. Der Mann soll aufgrund der Schläge und Tritte eine Gehirnerschütterung sowie multiple Prellungen am Gesicht und am Kopf davongetragen haben.

 Die beiden Männer, die sich in Untersuchungshaft befinden, und die Frau müssen sich ab Mittwoch, 26. Juni (9 Uhr), vor Gericht wegen Verdachts des versuchten Mordes verantworten. Fortsetzungstermine: 28. Juni, 3., 4., 10., 11., 16., 18., 19. und 25. Juli 2019, jeweils 9 Uhr.

 

Begleiter und Zeugen am Alten Messplatz in Mannheim mit Messer verletzt – Jugendlicher angeklagt

Einem Jugendlichen wird vorgeworfen, seinem Begleiter am Abend des 8. Oktober 2018 am Alten Messplatz in Mannheim mit einem Taschenmesser in den Bauch gestochen zu haben. Ebenfalls soll er zwei Zeugen mit einem Messer verletzt haben. Wie das Landgericht mitteilte, seien die beiden aus bislang unbekanntem Grund in Streit geraten. Daraufhin habe der 16-Jährige zugestochen. Zwei Zeugen seien auf den verletzten Mann aufmerksam geworden und sollen sich erkundigt haben, ob er Hilfe brauche – der 16-Jährige habe dies verneint. Als die Zeugen dennoch helfen wollten, soll der Angeklagte unvermittelt ein Taschenmesser gezogen und einem Zeugen in den Bauch, dem anderen in den Oberschenkel gestochen haben. Die Zeugen sollen sich mit Schlägen und Tritten gegen den Angriff gewehrt haben. Der Begleiter des Jugendlichen wurde noch in der Nacht operiert, die Zeugen seien in den zwei folgenden Tagen aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der heute 16-Jährige war zur Tatzeit noch 15 Jahre alt und damit Jugendlicher – deshalb werde dieser Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt, teilte ein Sprecher des Landgerichts auf Anfrage mit.

 Der junge Mann muss sich an Mittwoch, 26. Juni (9 Uhr) vor Gericht wegen des Verdachts auf versuchten Totschlag verantworten. Fortsetzungstermine: 8., 12. und 18. Juli 2019, jeweils 9 Uhr. Dieser Prozess wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt.

  

Kiloweise Drogen in Mannheimer Gartenhütten gebunkert  

Eine Frau und ein Mann sollen in ihren Gartenhütten in Mannheim große Mengen Drogen gehortet haben. Der Mann soll am 22. Januar 2019 rund 379 Gramm Marihuana, 45 Gramm Haschisch sowie 64 Gramm Amphetamin aufbewahrt haben. In der Hütte der Angeklagten sollen unter anderem 39,7 Kilogramm Marihuana, 1,3 Kilogramm Haschisch sowie 5,4 Kilogramm Amphetamin aufbewahrt worden sein. Die Häuser gehören jeweils zu einer Kleingartenanlage in Mannheim, die Drogen sollen zum Weiterverkauf bestimmt gewesen sein. Die Angeklagte soll dem Angeklagten ihre Gartenhütte in Kenntnis des Vorhabens überlassen haben, teilte das Gericht mit. Dem Angeklagten wird außerdem zur Last gelegt, er habe Ende September 2018 in zwei Fällen jeweils 10 Gramm Kokain sowie Anfang Oktober 2018 in einem Fall 20 Gramm Kokain gewinnbringend in Mannheim verkauft.

Beide müssen sich am 17. Juni 2019 (9Uhr) wegen des Verdachts der unerlaubten  Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten.