Mannheim

Mannheimer Feuerwehr zu über 100 Einsätzen während Unwetter ausgerückt

Archivartikel

Mannheim/Ludwigshafen/Bensheim.Eine kurze, aber dafür umso heftigere Unwetterfront mit starkem Regen und Gewitter ist am Dienstagabend über die Region gezogen. Besonders stark traf es dabei die Stadt Mannheim. Wie die Feuerwehr am Mittwochmorgen mitteilte, sind die Einsatzkräfte bis 2:30 Uhr 102 Mal ausgerückt. Alle acht Freiwillige Feuerwehren der Stadt wurden zur Unterstützung hinzugezogen. Insgesamt waren 130 Feuerwehrleute in der ganzen Stadt im Einsatz. Die Leitstelle in der Hauptfeuerwache wurde personell aufgestockt, um die Vielzahl an Notrufen anzunehmen.

Die Polizei teilte auf Nachfrage mit, dass sich die meisten Einsätze auf die Stadtteile Oststadt und Schwetzingerstadt konzentrierten. Hier seien unter anderem in der Augustaanlage mehrere Bäume umgeknickt. Der Fahrlachtunnel wurde aufgrund der enormen Wassermassen vorrübergehend in beide Richtungen gesperrt werden. Im Bereich Mannheim-Oststadt mussten die Richard-Wagner-Straße und die Karl-Ludwig-Straße teilweise gesperrt werden.

Auch der Bereich Neckar-Bergstraße war von der Unwetterfront betroffen: Mehr zur Lage in Edingen, Heddesheim, Ilvesheim, Ladenburg und Schriesheim

Auch rund um die Christuskirche brachen zahlreiche Äste ab und beschädigten geparkte Autos, berichtete ein Mitarbeiter vor Ort. Am Nationaltheater brach ein großer Ast einer Platane ab und blockierte zwei Fahrspuren der Goethestraße. Auf den Straßen sammelte sich das Wasser. Vor allem das Stadtgebiet südlich des Neckars wurde stark vom Unwetter heimgesucht. Die Polizei schätzte den Schaden am Mittwochmorgen auf etwa 230.000 Euro.

100 Notrufe in Ludwigshafen

Die Ludwigshafener Feuerwehr wurde am Dienstagabend bis 22 Uhr hingegen zu 18 Einsätzen gerufen. Das Unwetter zog hierbei größtenteils über den Süden der Stadt, sagte ein Sprecher der Feuerwehr auf Anfrage. Über 100 Notrufe seien eingegangen, hieß es in einer späteren Mitteilung. Die Einsatzkräfte waren hauptsächlich mit überfluteten Kellern, Sturmschäden und der Verkehrsraumsicherung beschäftigt. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte von der Freiwilligen Feuerwehr Mitte. Auch sei ein Baum umgestürzt, berichtete ein Sprecher der Polizei.

Nach starkem Regen verschmutzten Geröll und Sand die B271 bei Herxheim. Ein Richtung Grünstadt fahrendes Auto kam dadurch ins Schleudern und stieß frontal gegen einen entgegenkommenden Wagen. Der Polizei Neustadt/Weinstraße zufolge wurde einer der Fahrer leicht verletzt. Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund 12 000 Euro. Der Polizei Pirmasens zufolge mussten die Rettungskräfte zwischen Nieder- und Obersimten mehrere Bäume beseitigen, die wegen eines Unnwetters ugestürzt waren. Die L484 musste voll gesperrt werden.

Der Rhein-Neckar-Kreis mit der Stadt Heidelberg und der Kreis Bergstraße blieb laut Polizei von dem Unwetter größtenteils verschont, zumindest was Einsätze der Polizei und Feuerwehr anging. "Es kam lediglich vereinzelt zu Einsätzen", sagte ein Sprecher der Polizei am Mittwochmorgen. Auch hier hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) gegen 20 Uhr vor starken Gewittern gewarnt. 

In Bensheim wurde wegen des schlechten Wetters das Gelände eines Musik-Festivals geräumt. Veranstalter und Sicherheitsdienst des "Vogel in der Nacht"-Festivals hätten sich wegen einer Unwetterwarnung am Dienstagabend selbstständig zu diesem Schritt entschlossen, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwochmorgen. Keiner der Teilnehmer des Festivals im Bensheimer Stadtpark sei verletzt worden.

Auch anderenorts in Südhessen kam es in der Nacht laut Polizei Darmstadt wetterbedingt zu einigen glimpflichen Vorfällen: So wurden in Rüsselsheim Teile eines Bauzauns umgeweht und in Wald-Michelbach (Kreis Bergstraße) geriet ein Baum nach einem Blitzeinschlag in Brand. Abgesehen von einem umgefallenen Baum und einem vollgelaufenen Keller seien keine größeren Schäden entstanden, meldete die Polizei.

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