Mannheim

Mannheimer Händler erwarten mehrere zehntausend Besucher

Rund 15 Grad sagt der Wetterbericht voraus – aus Sicht der Mannheimer Händler ideal zum Einkaufen. Nicht zu warm, nicht zu kalt, nur regnen sollte es nicht. An diesem Wochenende haben die Geschäfte in der Innenstadt auch sonntags geöffnet, von 13 bis 18 Uhr, dazu gibt es mehrere Märkte. Die Einzelhändler sehen in dem Aktionstag auch die Möglichkeit, durch den Planken-Umbau verlorene Umsätze zumindest zum Teil wieder auszugleichen. Und zur Eröffnung der umgebauten Fußgängerzone im kommenden Frühjahr wünschen sie sich einen zweiten verkaufsoffenen Sonntag.

„Wir denken schon lange darüber nach und wollen das jetzt beantragen“, sagte Lutz Pauels, Chef der Werbegemeinschaft City, bei der Vorstellung des Programms für das kommende Wochenende. Er verwies auf Städte im Umland, die deutlich mehr verkaufsoffene Sonntage hätten – in Speyer etwa seien es vier. Baden-Württemberg erlaube grundsätzlich bis zu drei – wie viele tatsächlich abgehalten werden, muss der Gemeinderat entscheiden. Wirtschaftsdezernent Michael Grötsch (CDU) sagte bei dem Pressegespräch, er könne den Wunsch des Handels verstehen und man könne darüber „nachdenken“. Alles Weitere „müssen Gespräche ergeben“.

Arbeitnehmervertreter erteilten dem Wunsch nach einem zweiten offenen Sonntag dagegen eine Absage. Im Handel werde durch entsprechende Öffnungszeiten und Samstagsarbeit schon viel Flexibilität von den Mitarbeitern gefordert, sagte Jürgen Lippl, stellvertretender Geschäftsführer von ver.di Rhein-Neckar, auf Anfrage. „Da muss es wenigstens einen Tag geben, an dem nicht gearbeitet wird.“ Jeder dieser offenen Sonntage sei „einer zu viel“.

Mehrere Märkte

Nach Angaben von Lutz Pauels ist der jetzt anstehende der 19. verkaufsoffene in Mannheim seit der Premiere im Jahr 2000. Der Tag läute die wichtigste Zeit für den Handel ein, so Pauels: Die letzten drei Monate eines Jahres seien ganz entscheidend für den Gesamtumsatz. Am Sonntag erwartet er „mehrere zehntausend Gäste“ in der Stadt.

Swen Rubel, Geschäftsführer des Handelsverbandes Nordbaden, betonte, dass die Plankenbaustelle „nicht spurlos an den Händlern vorbeigegangen ist“. Ein baustellenfreier offener Sonntag sei wichtig, „um Terrain gutzumachen“. Speziell die Textilbranche habe durch die Hitzewelle deutliche Umsatzeinbußen verzeichnet. Für Hendrik Hoffmann, den Vizepräsidenten des Verbandes, bildet der Tag „ein Schaufenster für uns in die Region. Wir wollen uns herausputzen für die Gäste und ihnen zeigen, dass es sich – auch mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft – lohnt, nach Mannheim zu kommen“. Der Handel hier lebe von den Kunden aus dem Umland.

Dezernent Michael Grötsch betonte, die Planken befänden sich „teilweise schon in hervorragendem Zustand“, auch wenn die Neugestaltung noch nicht ganz abgeschlossen sei. „Wir liegen aber voll in der Planung.“ Die gesamte P-Seite sei, mit Ausnahme von P 1, schon fertig. Während des Weihnachtsgeschäfts wird es laut Grötsch auch in diesem Jahr wieder eine Baupause geben. Die starte am 17. November, „von da an sind die Planken baustellenfrei“.

Ein spezielles Unterhaltungsprogramm in der Fußgängerzone wird es beim anstehenden verkaufsoffenen Sonntag nicht geben. Die Händler bereiteten in den Läden aber einzelne Aktionen vor, so Pauels. In Q 6/Q 7 etwa gibt es Gasluftballons für Kinder, und Musiker sind unterwegs. Außerdem ist die Illustratorin Kimberley Hoffmann zu Gast. Von ihr kann man sich zeichnen lassen und hat die Chance, in ihr Mannheim-Wimmelbuch zu kommen.

Eingerahmt wird der verkaufsoffene Sonntag von mehreren Märkten, die schon ab 11 Uhr ihre Stände öffnen. Auf dem Marktplatz in G 1 ist der Holland-Stoffmarkt aufgebaut, auf dem Paradeplatz der Kunstmarkt, auf den Kapuzinerplanken in O 5 läuft – beginnend bereits ab 4. Oktober – der Herbstmarkt. Auf den Kapuzinerplanken in O 6 schließlich lädt ab 14 Uhr die „MM“-Reihe „Jazz im Quadrat“ ein. Die Southwest Oldtime Stars spielen drei Stunden lang Musik von Louis Armstrong.

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