Mannheim

Jungbusch Verkauf über die Straße nachts ab heute verboten

Mannheimer Jungbusch: Alkohol-Verkauf an Wochenenden ab 22 Uhr verboten

Archivartikel

Mannheim.Die Abgabe von alkoholischen Getränken an Wochenenden soll im Mannheimer Stadtteil Jungbusch vorerst zeitweise eingeschränkt werden. Das geht aus einem Facebook-Post des soziokulturellen Zentrums „Kulturbücken Jungbusch“ hervor, dem ein Schreiben der Stadt vorliegt. Die Stadt Mannheim bestätigte diese Informationen inzwischen in einer Pressemitteilung.

Dieser Allgemeinverfügung nach hat die Verwaltung entschieden, dass die Abgabe von Alkohol außerhalb des konzessierten Bereichs an Wochenenden verboten ist. Das bedeutet, dass Alkohol nicht zum Verzehr auf der Straße herausgegeben werden darf. Gaststätten ist es nach wie vor gestattet, im konzessionierten Gastronomie- und Außenbereich Alkohol zum unmittelbaren Konsum vor Ort auszuschenken.

Die Regel soll an Freitagen und Samstagen zwischen 22 Uhr und 6 Uhr des Folgetages gelten. Das Verbot ist zunächst bis zum 4. Oktober 2020 befristet.

Laut Hermann Rütermann von den Kulturbrücken ging das Schreiben der Stadt an Gastronomen und Kioske im Jungbusch raus. Die Polizei wollte sich zur Maßnahme der Stadt vorerst nicht äußern. Die Stadt Mannheim teilte am Freitag mit, dass Verstöße gegen das Verkaufsverbot mit einem Bußgeld von mindestens 500 Euro gehandet werden.

Jungusch entwickelt sich zur "Partyzone"

Der Jungbusch hat sich in der Corona-Krise zu einem Treffpunkt vor allem von jungen Menschen entwickelt. Anwohner klagen über einen hohen Lärmpegel und Vermüllung im Stadtteil. In den ARD-Tagesthemen lief gerade erst ein Beitrag über die „Partyzone“.

In der Spitze hielten sich im Bereich um den Quartiersplatz bis zu 700 Personen auf, heißt es im Schreiben der Stadt. Nicht wenige Personen verfügten wegen starker Alkoholisierung über ein deutlich erhöhtes Agressionspotenzial und beachteten nicht unbedingt mehr die nötigen Verhaltensweisen, um die Verbreitung des Coronavirus einzuschränken.

„Neben dem wochenlangen Einsatz von sogenannten ‚Nachtschicht-Mitarbeitern‘ und der erheblichen Präsenz von Polizei und städtischen Vollzugskräften hat die Stadt mit Plakaten und in zahlreichen Gesprächen versucht, die Situation unter Ausgleich der verschiedenen Interessen zu befrieden“, wird Sicherheitsdezernent und Erster Bürgermeister Christian Specht in der Pressemitteilung zitiert. „Mit diesen niederschwelligen Schritten ist es leider nicht hinreichend gelungen, das erhebliche Störungsaufkommen auf ein akzeptables Maß zu reduzieren. Der Erlass des Alkoholverkaufsverbotes ist daher notwendig, um alkoholbedingten Störungen der Nachtruhe entgegen zu treten und um Gesundheitsgefahren im Bereich des Infektionsschutzes zu begegnen.“

(Dieser Artikel wurde am Freitag, 11. September, um 11 Uhr aktualisiert.)

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