Mannheim

Reinigungswoche Schulen, Kitas, Vereine, Stadtteile und Jugendhäuser putzen die Straßen / Fast 11 000 Freiwillige nehmen unter dem Motto „Putz deine Stadt raus“ teil

Mannheimer sammeln neun Tonnen Müll

Mit Zange bewaffnet, Müllbeutel im Schlepptau und Besen in der Hand haben sich 10 676 Kinder, Jugendliche und Erwachsene diesen Frühling bei der Reinigungswoche „Putz’ deine Stadt raus“ auf die Suche nach Abfall in Mannheim gemacht. Gestern erhielten die Schulen, Kindergärten, Kitas und Vereine, die am fleißigsten waren, ihre Preisgelder.

„Wir haben sogar einen Feuerlöscher gefunden. Ansonsten viele Flaschen, Papier, Feuerzeuge und Zigaretten Packungen,“ erzählt die siebenjährige Lorena, die gemeinsam mit anderen Kindern des Vereins Kinder am Rande der Stadt auf der Schönau geputzt hat. „Eine Freundin von mir hat eine Weste gefunden“, ergänzt die 14-Jährige Melissa. „Das ist ekelhaft, wenn die Leute ihren Müll wegschmeißen, dann müssen wir das aufräumen“, beschwert sich Lorena. „Ich schmeiße keinen Müll einfach auf die Straße“, so ihre achtjährige Freundin Alandra. Ihr Verein belegte den zweiten Platz in seiner Kategorie und bekommt 300 Euro.

Während der Preisverleihung brachte „Müllmann stinknicht“ die Kinder mit einem kleinen Theaterstück zum Lachen: Der Theaterpädagoge, mit bürgerlichem Namen Patrick Strohm, tanzte mit einem Besen über die Bühne und zeigte den Kleinen auf lustige Art und Weise, wie man Abfall richtig entsorgt.

Insgesamt nahmen 82 Vereine, sieben Jugendhäuser, 47 Kindertagesstätten und 56 Schulen an der Aktion teil. „Großartig, dass in diesem Jahr noch mehr Schulen und Kindergärten mitgeputzt haben. Die jungen Mitbürgerinnen und Mitbürger lernen dadurch frühzeitig Abfallvermeidung, Umweltschutz und verantwortungsvolles Verhalten,“ teilte Bürgermeisterin Felicitas Kubala schriftlich mit, da sie nicht persönlich anwesend sein konnte.

Geld kommt den Kindern zugute

Den ersten Platz in der Kategorie Vereine ergatterte der Islamische Verein für Bildung und Kultur „Natürlich freuen wir uns, wir sind ja auch ein Teil der Stadt“, so Vorstandsmitglied Samet Darbas, der mit seiner Organisation in den Quadraten unterwegs war: „Wir haben ungefähr mit 250 Leuten, hauptsächlich Kindern geputzt“. Für ihren Einsatz erhalten sie 400 Euro. „Das Preisgeld wird einem wohltätigen Projekt zu Gute kommen,“ so Darbas. In der Kategorie Kita war das Storchennest des Wespinstifts mit 66 Kindern, die geputzt haben, am aktivsten. „Wir haben insgesamt neun Säcke gesammelt“, so Sarah Riedl von der Kita. „Wir werden das Preisgeld sinnvoll für die Kinder einsetzen, für neue Instrumente oder Fahrzeuge.“ Die Alfred-Delp-Grundschule erhielt den ersten Preis in ihrer Kategorie. Bei den Stadtteilen war die Gartenstadt am aktivsten, und unter den Jugendhäusern gewann der Jugendtreff Sandhofen.

Während der Reinigungswoche, die bereits zum 15. Mal stattfand, sammelten die Bürger insgesamt neun Tonnen Abfall ein. „Wir haben so wesentlich zur Sauberkeit der Stadt beigetragen,“ findet Jürgen Lugert von der Abfallwirtschaft. „Ich freue mich, dass so viele Kinder teilgenommen haben und mit der Zange losgezogen sind,“ so Jürgen Grieb, während er die Preise gemeinsam mit seinen Kollegen Lugert und Gerhard Wick überreichte. Projektleiterin Hannah Baumann hofft, mit der Aktion das Bewusstsein für Umweltbewusstsein in der Stadt zu erhöhen: „Das ist eine Top-Teilnehmerzahl. Den Kindern macht es Spaß zu putzen, da geht das Bewusstsein für Sauberkeit mit einher.“

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