Mannheim

Mannheimer Schlachthof soll wieder in Betrieb gehen

Mannheim.Nachdem der Schlachtbetrieb der Fleischversorgungszentrum Mannheim GmbH (FVZ) Ende August vergangenen Jahres aufgrund von Minusgeschäften eingestellt wurde, möchte ab Juni dieses Jahres eine private Betreibergesellschaft den Betrieb wieder aufnehmen. Hierzu haben sich vier Fleischgroßhändler sowie die Geschäftsführer der ehemaligen Schlacht-Service GmbH Mannheim, Michael Hocker und Willi Schneider, als "Regio Schlachthof GmbH Mannheim" zusammengeschlossen, wie die Stadt am Freitag mitteilte.

Während im früheren städtischen Schlachtbetrieb zu Spitzenzeiten bis zu 10 00 Schweine pro Woche geschlachtet wurden, möchten die Gesellschafter künftig nur noch etwa 2100 Schweine pro Woche schlachten. Das teilte Dirk Schwan von der Firma Fuchs OHG, einer der vier Hauptgesellschafter, mit. "Wir werden auf keinen Fall mehr so groß werden, wie der städtische Schlachthof damals, damit gehen Qualitätsverluste einher. Unser Ziel ist es, zu Spitzenzeiten maximal 3500 Schweine in der Woche zu schlachten", sagte Schwan auf Nachfrage. Während im alten Schlachtbetrieb auch Rinder geschlachtet wurden, möchte die "Regio Schlachthof GmbH" nur noch ein "reinrassiger Schweineschlachthof" sein, erklärt Schwan.

Im Schlachthof waren bis zur Einstellung im vergangenen Jahr 22 Mitarbeiter beschäftigt, die private Betreibergesellschaft plant nun, fünf ehemalige Mitarbeiter des Fleischversorgungszentrums sowie zwölf sogenannte Lohnschlächter der ehemaligen Schlacht-Service GmbH zu beschäftigen. Die Betreibergesellschaft möchte sich in der kommenden Woche erneut mit der Stadt treffen, um den Pachtvertrag mit dem Fleischversorgungszentrum Mannheim - eine Tochtergesellschaft der Stadt - zu unterschreiben. Ein genauer Termin stand am Freitag auf Nachfrage noch nicht fest.

Der Pachtvertrag ist zunächst auf sechs Jahre befristet, wobei die ersten zwei Jahre nach Angaben von Schwan noch als Probezeit mit der Stadt verhandelt wurden. "In dieser Zeit müssen wir schauen, dass sich der Betrieb rentiert", so Schwan. Stefan Kampa, FVZ-Geschäftsführer, freut sich, dass es bald wieder einen Schlachtbetrieb in Mannheim geben soll: "Ich wünsche der neuen Betreibergesellschaft eine erfolgreiche Fortführung der 125-jährigen Schlachttradition in Mannheim. Insbesondere freut es mich, dass die Fleischgroßhändler und Landwirtschaftsbetriebe der Region wieder eine echte Perspektive zum Teil dritter und vierter Generation bekommen."

Bevor der neue Schlachthof im Juni den Betrieb aufnehmen kann, müssen zunächst Genehmigungen des Regierungspräsidiums Karlsruhe vorliegen, welches den Antrag zur EU-Zulassung bearbeitet. Hierfür wird der unterschriebene Pachtvertrag benötigt. Um die Kriterien des Regierungspräsidiums für einen Schlachtbetrieb zu erfüllen, darunter unter anderem das "berührungsfreie Schlachten", seien nach Angaben von Schwan Investitionen im sechsstelligen Bereich erforderlich.

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