Mannheim

Luisenpark Bei Explore Science drehen sich 46 Mitmachstationen um Astronomie / Bis zum Sonntag können Interessierte wissenschaftliche Phänomen kennenlernen

„Mathe kann auch Spaß machen“

Adrian Krug grinst breit und sieht sich dabei selbst auf einem Monitor. Der Grund für die gute Laune: Bereiche seines Gesicht samt Brille haben unterschiedliche grelle Farben. Das liegt daran, dass der neunjährige Schüler der Wallstadt-Grundschule gerade mit einer Kamera gefilmt wird, die Wärmebilder aufnimmt, die Farben zeigen die Temperaturen. Mohammed Audi (16) vom Lessing-Gymnasium Lampertheim filmt mit der Kamera und erklärt: „Das begeistert jeden. Die Kinder lernen dabei etwas über die Astronomie, denn Himmelskörper können auch über ihre Wärmestrahlung gesehen werden.“ Das passt genau, denn um Astronomie drehen sich in diesem Jahr die Angebote bei den naturwissenschaftlichen Erlebnistagen Explore Science der Klaus Tschira Stiftung im Luisenpark.

Für jedes Alter etwas dabei

46 Mitmachstationen laden seit gestern vor allem Kinder ein, mehr darüber zu erfahren. Dabei können die Besucher etwa folgenden Fragen nachgehen: Welchen Einfluss hat der Mond auf die Erde? (Station 18), Gibt es Außerirdische? (Station 23) und Wie kommt man ins All? (Station 43). Zur Orientierung sind die Mitmachangebote in drei Bereiche gegliedert: Die 20 Stationen auf der Spiel- und Freizeitwiese richten sich vor allem an Kindergarten- und Grundschulkinder. Auf dem Campus-Bereich warten 20 für Grund- und Sekundarschüler und die interaktive Ausstellung „Astronomie für Alle!“ in der Festhalle Baumhain ist für alle Altersgruppen gedacht.

Beate Spiegel, Geschäftsführerin der Klaus Tschira Stiftung, erklärt, dass von den tausenden erwarteten Besuchern sogar welche aus den benachbarten Bundesländern kommen. Stände betreiben in diesem Jahr 47 Partner aus Bildung, Forschung und Wissenschaft, darunter auch zwölf Partnerschulen. „Wir sind in regelmäßigem Austausch mit Rektoren und Lehrern, wie sie das Thema im Unterricht einbinden können“, erklärt Spiegel. Bei den Stationen der Partnerschulen instruieren Schüler die Besucher. Dazu sagt Kim Orzol, Projektleiter von Explore Science: „Schüler werden selbst als Experten eingebunden.“ Spiegel ergänzt, dass die Stiftung Angebote zu Naturwissenschaften für Kinder bis Erwachsene hat. Ein Ziel sei es, so Orzol, dass „Schüler langfristig positive Erlebnisse mit Naturwissenschaften haben“. Und dies war an vielen Stationen der Fall: Beispielsweise erklärte Markus Nielbock vom Max-Planck-Institut für Astronomie Heidelberg Kindern mit einem Modell, dass wegen der sich bewegenden Erdatmosphäre Bilder vom All unscharf werden, es jedoch eine spezielle Technik gibt, dies zu verhindern. „Das Thema Astronomie ist ein guter Einstieg, um für die Naturwissenschaften zu begeistern“, so Nielbock. So sei Biologie wegen möglichen Lebens auf anderen Planeten wichtig und Informatik zur Analyse von Daten.

Außerirdische für zu Hause

An einer anderen Station ist Dominik Schrenk damit beschäftigt, auf einem Stab übereinander liegende und kleiner werdende Ringe auf einen anderen Stab zu bewegen. Die Schwierigkeit: Es gibt nur zwei weitere Stäbe und er soll stets Ringe so ablegen, dass ein oben liegender Ring kleiner ist als ein unterer. „Eine gute Aufgabe, die man mit Intellekt lösen muss“, kommentiert der 14-Jährige am Stand des Karlsruher Instituts für Technologie. Dessen Mitarbeiter Stephan Kindler erklärt: „Die Schüler können dabei merken, dass Mathe auch Spaß machen kann. Und die Aufgabe hilft, allgemeine und schrittweise Lösungsstrategien zu entwickeln.“

Beliebt ist wie gewohnt das Zelt der Tschira Jugendakademie – zumal die Kinder „Außerirdische“ mit nach Hause nehmen können. Zuerst lösen sie ein „Astrobio-Quiz“, in dem es etwa darum geht, welche Voraussetzungen es für Leben geben sollte. Dann untersuchen sie Wasser per Mikroskop und entdecken Ein- und Mehrzeller, Krebslarven und Kieselalgen. Jugendakademie-Mitarbeiterin Nina Schaller: „Die Idee dahinter ist, dass sich Leben klein entwickelt hat.“ Und schließlich erhält jeder „Alien“-Eier samt Anleitung, damit aus diesen etwas schlüpft: winzige Salzkrebse „Artemia“.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/mannheim