Mannheim

Friedrichspark Bürgerinitiative reicht Petition gegen Campus-Erweiterung im Landtag ein / Kampf für Erhalt von 266 Bäumen, Wunsch nach Teich und Spielplatz

Mehr als 1500 Unterschriften gegen Uni-Pläne

Archivartikel

Mit mehr als 1500 Unterschriften will die Bürgerinitiative SOS Stadtbaum Mannheim die Bebauung des Friedrichsparks verhindern – und hat eine entsprechende Petition beim Landtag eingereicht. Die Petition „Nein zur Bebauung des Friedrichsparks – Frischluftschneise für die Innenstadt erhalten!“, richtet sich auch an den Mannheimer Gemeinderat.

Hintergrund ist die von allen anerkannte Absicht der Universität, im Anschluss an das Schloss entlang der Bismarckstraße Erweiterungsgebäude im Friedrichspark neu zu bauen. Land und Stadt hatten in einem Planungsprozess Möglichkeiten erarbeitet, den Park nach Abriss des Eisstadions 2021 aufzuwerten und bauliche Entwicklungsperspektiven für die Universität zu entwerfen. Seitdem Unirektor Thomas Puhl im Februar 2019 zum ersten Mal die Pläne den Anwohnern vorgestellt hatte, regt sich Widerstand gegen die Bebauung des Parks.

Nach zwei Bürgergesprächen, einem Klimagutachten und Diskussionen im Gemeinderat ist die Uni von ihren ursprünglichen Plänen, fünf neue Gebäude entlang der Bismarckstraße zu bauen, abgerückt. Hier sollen nur noch drei Gebäude entstehen. „Das ist das Minium. Zwischen den Gebäuden gibt es eine große Luftschneise. Die bebaute Fläche wird nur halb so groß sein wie die des maroden Eisstadions. Wir sind da kompromissbereit“, erklärt Rektor Puhl auf Anfrage dieser Redaktion.

Hafen als Alternativort

Die Bürgerinitiative SOS Stadtbaum fordert aber weiterhin: die Frischluftschneise zur Innenstadt zu erhalten, keine weitere Bodenversiegelung, keinen Eingriff in das Erscheinungsbild des Schlosses sowie Erhalt von 266 Bäumen, die der Baumschutzsatzung unterliegen. Außerdem schlägt die Initiative das Mannheimer Hafengebiet als Alternativort vor. „Wir sind sehr moderat mit unseren Plänen und wollen auch das Hafengelände miteinbeziehen. Etwa für Sport und Wohnen“, entgegnet Puhl auf diesen Vorschlag. Das Argument der Uni, dass die Gebäude an der Bismarckstraße den Park aufwerten, vom Straßenlärm abschirmen und der Park durch den Universitätsbetrieb abends sicherer und belebter wird, überzeugt die Initiatoren der Petition nicht. In ihrer Stellungnahme heißt es dazu: „Wir verstehen nicht, wie Gebäude einen Park aufwerten können. Außerdem kommt der Verkehrslärm von drei Seiten.“ Das sieht Puhl anders: Auch die Uni wolle den Park nicht mit Beton zuschütten, sondern wünscht sich eine ordentliche Parkanlage mit Wasser.

Zudem wolle man sich einbringen und Bäume wieder aufforsten. Die Bürgerinitiative wünscht sich auch beispielsweise einen Kinderspielplatz, einen Teich für Flora und Fauna oder einen Bewegungsparcours für Seniorinnen und Senioren. Auch ein Kiosk mit kleiner Außenterrasse und Toiletten für Bewohner und Besucher im Friedrichspark kann sich die Initiative vorstellen.

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