Mannheim

Mehr als Meer und Palmen

Archivartikel

Der Ratschlag der Kollegen an den „Urlauber“ war abzusehen. Ein süffisantes „Eincremen nicht vergessen“ durfte nicht fehlen, als ich mich auf den Weg in Trainingslager des SV Waldhof in Portugal machte. Und zugegeben: Der Blick aus der vorübergehenden Außenredaktion in Carvoeiro auf Olivenhaine und das großzügige Team-Hotel ist mit dem eher tristen Ausblick unserer Büros in der Dudenstraße natürlich nicht zu vergleichen. Doch mit Urlaub hat so eine Dienstreise dennoch nur wenig zu tun.

Täglich galt es zwei Trainingseinheiten zu verfolgen, um sich einen Eindruck vom Leistungsstand und möglichen taktischen Variationen des Regionalligisten zu machen, in der Mittagspause absolviert man die vereinbarten Interview-Termine mit bestimmten Spielern und nach dem Nachmittagstraining wurde dann alles noch geschrieben und die Mannheimer Redaktion gesendet. Zudem muss die ungewohnte Doppelrolle eines Reporters und Fotografen ausgefüllt werden. Gerade bei Bewegtbildern ist das für einen Hobby-Knipser wie mich nicht immer einfach. Da lernt man die Leistung der Foto-Profis doppelt zu schätzen.

Kontaktpflege vor Ort

Die Arbeitszeit im Trainingslager endet dabei nie so ganz. Viel wird informell geredet, ohne dass etwas immer zwingend in die Zeitung muss, aber die aufgebauten Kontakte erleichtern nicht zuletzt das Arbeiten während der regulären Saison. Und nicht zuletzt gilt es, ständig die Augen offen zu halten. So hatte diese Zeitung beispielsweise den ersten Zugriff auf Testspieler Denis Streker, der während des SVW-Trainingslagers dazugeholt wurde. Schon allein deshalb hat sich die Investition des Verlags in die Reise gelohnt, unsere Leser hatten durch die exklusiven Geschichten aus erster Hand einen echten Mehrwert. Immer dabei sein, aber auch die nötige Distanz wahren – das hat im Zusammenspiel mit den SVW-Verantwortlichen vor Ort aus meiner Sicht bestens funktioniert. Alle Beteiligten konnten in Ruhe arbeiten, die jeweiligen Bedürfnisse des anderen wurden respektiert – und das „Eincremen“ war trotz Sonne meistens nebensächlich. 

Zum Thema