Mannheim

Häusliche Gewalt Sozialdemokratische Frauen fordern mehr Unterstützung für Beratungsstellen, Notrufe und Einrichtungen

Mehr Betten und Hilfe für Frauenhäuser

Archivartikel

Mannheim.Die Mannheimer SPD-Frauen fordern die Länder und Kommunen auf, die Not von Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, gerade in Corona-Zeiten nicht zu ignorieren. Sie warnen ausdrücklich davor: Zum Schließen von Frauennotrufen oder Frauenhäusern wegen Geldsorgen und zu wenige Personal darf es auf keinen Fall kommen.

Deshalb fordern die SPD-Frauen, die Gehälter zu sichern, das Onlineangebot zur Seelsorge und Beratung auszubauen und durch Anmieten von stillgelegten Hotel mehr Ausweichschlafplätze von Frauenhäusern zu schaffen. „Kontaktsperren dürfen nicht dazu führen, dass Frauen keine Auswege mehr aus häuslicher Gewalt finden. Sie haben ungeachtet äußerer Umstände das Recht auf ein Leben ohne Gewalt. Es braucht die Möglichkeit, der häuslichen Gewalt zu entfliehen, Rat und Hilfe zu suchen und zu finden!“, stellt die Kreisvorsitzende der Mannheimer SPD-Frauen, Claudia Schöning-Kalender in einer Pressemitteilung klar.

„Bedarf wird steigen“

Schon zu „Normalzeiten“ sind die eigenen vier Wände oft nicht das traute Heim. Häusliche Gewalt ist in Deutschland ein großes Problem. Ausgangsbeschränkungen werden den Druck in vielen Familien und Partnerschaften, insbesondere für Frauen und ihre Kinder, erhöhen, schreiben die SPD-Frauen in ihrer Mitteilung. Auch seien die Abläufe der Aufnahme im Frauenhaus komplexer geworden, wie auch hier die Ansteckungsgefahr zu prüfen ist. „Im Interesse der Gemeinschaft müssen unbürokratische Lösungen für die von Gewalt Betroffenen gefunden werden“, verlangt Schöning-Kalender und fügt an: „Frauenhäuser und Frauennotrufe waren immer schon systemrelevant. Ihr Bedarf wird in den nächsten Wochen und Monaten steigen.“ Deshalb fordern die SPD-Frauen, auch die Gehälter zu sichern, damit erkrankte Mitarbeiterinnen ersetzt werden können. Wenn Beratung, das Zuhören, das Trösten oder die Suche nach einem Ausweg nicht mehr persönlich in den Geschäftsstellen möglich seien, bräuchten die Einrichtungen eine schnelle Unterstützung im Ausbau ihrer technischen Möglichkeiten, um in den Onlinebereich zu wechseln und für Selbsthilfegruppen technische Angebote aufzubauen. Eine weitere Forderung samt Lösungsvorschlag der SPD-Frauen: Durch unbürokratische Maßnahmen, wie das Anmieten von stillgelegten Hotels, könnte und sollten mehr sogenannte Ausweichsschlafplätze in Frauenhäusern geschaffen werden. „Wir brauchen jetzt sofort für die kommenden Monate mehr Betten, und nicht weniger“, heißt es in der Mitteilung. Zudem betonen die Sozialdemokratinnen: „Private Gewalt ist nicht privat, sondern eine Gemeinschaftsaufgabe. Die aktuellen Aufrufe zum Zusammenhalt zwingen Frauen auch zum Ausharren in Situationen, die gefährlich bis lebensbedrohlich sein können. 

Zum Thema