Mannheim

Stadtjugendring Junge Menschen erzählen, warum sie sich in Vereinen und Verbänden engagieren und die Stadt dadurch mitgestalten

Mehr Ehre als Amt – zumindest an einem Abend

Mannheim.„Wir möchten mit diesem Abend einfach auch mal Danke sagen. Danke für das Engagement für Kinder und Jugendliche in der Stadt.“ Karin Heinelt, Geschäftsführerin des Stadtjugendrings, steht im Foyer des „Forum Mannheim“ an der Neckarpromenade. „Die Arbeit, die die Jugendlichen und alle Engagierten leisten, ist enorm wichtig für unsere Gesellschaft, aber vor allem für die jungen Menschen in der Stadt.“ In den Vereinen und Initiativen, die unter dem Dach des Stadtjugendringes vereint sind, werde den Menschen Bildung mitgegeben: „Da wird demokratische Struktur vermittelt“, sagt Heinelt. Für die vielen ehrenamtlichen Leute, die sich in den Vereinen engagierten, sei das nicht immer leicht: „Deshalb gibt es diesen Abend als eine Art Dankeschön.“ Es ist das Ehrenamtsfest des Stadtjugendrings. Es soll ein Treffen sein, an dem man sich unterhalten und untereinander besser kennenlernen kann. So wie Jina Jill Joost und Daria Valerius. Vor dem Abend kannten die beiden sich nicht, aber haben eines gemeinsam: Sie engagieren sich – Jill Joost bei der Sportkreisjugend Mannheim. Sie organisiert für die Kinder der Sportkreisjugend Wochenenden und Aktionstage. „Mir ist es wichtig, zu informieren und für Bewegung zu sorgen. Und natürlich auch dafür, dass die Kinder Spaß haben.“ Am schönsten sei dabei immer wieder, zu sehen, wie die Kinder sich freuen. Daria Valerius arbeitet beim Pfadfinderbund Loriéne und hat dort ihre eigene Horte gegründet. Mit der Gruppe geht sie auf Freizeiten: „Bei den Pfadfindern kann ich in dem Moment leben. Sie sind wie eine zweite Familie für mich.“

Verantwortung übernehmen

Ebenfalls bei den Pfadfindern ist Jan Sichau. Er ist Vorsitzender des Stadtjugendrings und findet, dass die Vereine auch für ein besseres Zusammenleben in der Gesellschaft sorgen: „Unser Motto ist ,Jugend betreut Jugend’ – mit flachen Hierarchien. So lernen die Kinder schon früh, Verantwortung zu übernehmen.“ Und Bürgermeisterin Ulrike Freundlieb, die ein Grußwort zu den Ehrenamtlichen sprach, meint: „Unser Ziel muss demokratische Bildung und Jugendbeteiligung in Mannheim sein, um die Demokratie nachhaltig zu gestalten.“

Dazu gehört auch die Verständigung zwischen den Kulturen und Religionen. Dafür wollen sich Alibaz Göktas, Sukeyp Yurt und sein Bruder Fortun einsetzen. Die drei engagieren sich in der Fatih-Moschee im Jungbusch für die Jugendarbeit: „Wir bieten Freizeitaktivitäten, wir haben eine Playstation oder eine Tischtennisplatte, aber auch eine Bibliothek. Hin und wieder gehen wir auch Bowling spielen.“

Außerdem bietet die Moschee jeden Freitag Unterricht an, nicht nur der Koran wird gelehrt, sondern auch Werte für ein friedliches Zusammenleben werden vermittelt. „Wir wollen Jugendlichen eine bessere Zukunft geben, gerade im Jungbusch, wo es ja viele Probleme gibt“, sagt Göktas. (cvs)