Mannheim

Erster "Guitar Summit" im Rosengarten Teilnehmer des ersten Mannheimer "Guitar Summit" sind begeistert - ihnen gefällt besonders die die freundliche und kommunikative Atmosphäre

"Meine Erwartungen wurden übertroffen"

Viel hatten sich Pascal König, Dieter Roesberg und Martin Metzger mit ihrem ersten "Guitar Summit" im Rosengarten vorgenommen - und doch alles übertroffen. "Die Idee ist Wirklichkeit geworden", sagte Roesberg, Chefredakteur des Magazins "Gitarre & Bass" gestern Abend. Er blickte glücklich auf ein Wochenende, das viel mehr war als ein Gipfeltreffen im Zeichen des Endkunden.

Viele empfanden dieses Gipfeltreffen als Paradies auf sechs Saiten, die Leidenschaft ist den Anwesenden anzusehen. Bereits in den frühen Samstagmorgenstunden tummeln sich die ersten Neugierigen vor dem Rosengarten beim Gitarrenflohmarkt um die Zelte, die Sammler und Händler gleichermaßen mit seltenen Exponaten zwischen Gibson und Yamaha errichtet haben.

Doch auch innerhalb des Kongresszentrums haben sich die Händler bereitgemacht - und spannen ihren Horizont vom Satz Spezialsaiten bis hin zur funkelnden Korpusveredelung. Jedem das Seine - in einer Entspanntheit, wie es sie sonst nur in den 90ern zu kosten gab. Denn trotz der Dichte aller Aussteller verliert sich kein Wort im Gewirr der Klänge, die all jene Probanden eines neuen Kunstwerks des Gitarrenbaus auf den Kopfhörern erreicht. Auf dem Parkett regiert vielmehr die offene Herzlichkeit - und die kommt an.

Forum der Gitarrenkunst

Seit 1956 ist Michael Ronellenfitsch Gitarrist, hat mit seiner Band "Rock-Ola" den Rock 'n' Roll der Quadratestadt geprägt und mit seiner Fender Telecaster so manches mutige Solo gespielt. Wenn er Frankfurter Musikmesse und "Guitar Summit" vergleicht, fällt ihm das Urteil nicht schwer: "Diese Veranstaltung hier ist um Dimensionen besser. Die Atmosphäre ist freundlich, kommunikativ und so erfreulich weit weg von dem Kommerz, den man sonst serviert bekommt. Ich bin mit keinen großen Erwartungen hergekommen - doch die sind voll übertroffen worden."

Auch Jan Vogel und Markus Chan aus Mannheim sind vom Konzept angetan. Als Hobbygitarristen zwischen Konzertgitarre und Heavy Metal unterwegs, haben sie nicht nur für die "wirklich großartige Pedalboard-Show" einiges übrig - auch die Tatsache, dass man die Modelle von Granden des Geschäfts wie Ibanez sowohl anfassen als auch spielen darf, sehen die beiden als "einmaliges Privileg". Damit allein hätte dieses Forum moderner Gitarrenkunst bereits eine Figur abgegeben, die sich von großen Künstlern der Quadratestadt wie Claus Boesser-Ferrari ebenso ihr Lob abholt wie vom "Söhne Mannheims"-Gitarrist Kosho. Doch Pascal König zeigt sich für die Mannheimer Music Commission zu Recht stolz, in den drei Tagen Gäste aus ganz Deutschland, aus Kanada, Japan, Dänemark und Frankreich begrüßen zu dürfen.

Die Organisatoren hatten der Szene die goldene Brücke gebaut - mit einem hoch gefragten Workshop-Angebot von Metal-Songwriting bis zum Ukulelen-Training für Anfänger. Und mit einer Ausstellung, die von Akustik-Gitarren bis zum dämonisch lauten Bassverstärker, von der Standard-E-Gitarre bis zur Spezialanfertigung reichte. So brauchte es nur noch die Konzentration der Liebhaber, um Großes zu schaffen. Erhebende Konzertmomente wie ein vollakustisch auftrumpfender Jon Gomm, inspirierte Gespräche und rund 4500 Besucher machten den Gipfel zum Gradmesser internationaler Gitarrenkultur.

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