Mannheim

Geburtstag Ex-Großmarktchef Manfred Spachmann wird 70 Jahre alt und ist jetzt ehrenamtlich für die Caritas aktiv

Meister schwarzer Zahlen mit ruhiger Hand

Visitenkarten mit der Aufschrift „Geschäftsführer“ hat er immer noch, auch wenn Manfred Spachmann heute 70 Jahre alt wird. Ehrenamtlich hilft er dem Caritasverband, führt die Geschäfte vom Fairkauf – einem Inklusionsbetrieb, der Menschen mit Behinderungen und Langzeitarbeitslose beschäftigt und Waren aus zweiter Hand zu günstigen Preisen bietet. So stellt Spachmann seine großen Erfahrungen als langjähriger Chef des Großmarktes ganz in den Dienst einer guten Sache – und engagiert sich gerne entsprechend seiner christlichen Prägung.

Schließlich ist Spachmann Mitglied des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Auch im Pfarrgemeinderat und im Stiftungsrat seiner Kirchengemeinde in der katholischen Seelsorgeeinheit Mannheim-Südwest bringt er sich ein. Daneben hält er sich im Fitnessstudio, im Schwimmbad und beim Wandern in der Pfalz fit, wenn ihn nicht gerade drei Enkel auf Trab halten.

1972 wurde Mannheim zu seiner Wahlheimat. Eigentlich stammt er aus Boxtal am Main, einem kleinen Dorf zwischen Wertheim und Miltenberg. Nach dem Besuch der Volksschule und Handelsschule erlernte er in der Glasbranche in Wertheim den Beruf des Industriekaufmanns. Nach der Bundeswehr kam Spachmann 1972 nach Mannheim und bildete sich hier auf dem zweiten Bildungsweg zum staatlich geprüften Betriebswirt weiter. Nach drei Jahren im Rechnungswesen der Edinger Brotfabrik, während er sich parallel bei der Abendakademie zum Bilanzbuchhalter weiterbildete, wechselte Spachmann 1977 in die Verwaltung vom Großmarkt und wurde nach dem Ruhestand von Heinz Moser im August 1985 zum Geschäftsführer bestellt.

Hier verbrachte Spachmann den Großteil seines Berufslebens – 37 Jahre, davon 29 Jahre als Geschäftsführer. Stets zurückhaltend, bescheiden, ruhig, mit viel Bedacht auftretend, ließ er sich durch teils hitzige Diskussionen mit Händlern über Markt- und Platzgebühren nicht aus der Ruhe bringen.

Mannheim die Treue gehalten

Spachmann schaffte es nicht nur, dass der Großmarkt im Gewerbegebiet Fahrlach stets schwarze Zahlen schrieb. Er bewältigte sowohl den Strukturwandel des Lebensmitteleinzelhandels wie auch die sich verändernden Sortimente und Kundenwünsche, was sich im Großmarkt ganz besonders auswirkte.

In der Ära Spachmann wurde aus dem Großmarkt zudem eine weit über die Vermietung der Hallen in der Gottlieb-Daimler-Straße tätige städtische Gesellschaft, die 1989 vom Ordnungsamt den Bereich „Messen und Märkte“ unter dem neuen Namen „City Events“ übernahm. Nun zeichnete die Gesellschaft auch für alle Wochenmärkte, Jahrmärkte, Kirchweihen, Weihnachtsmärkte sowie das Stadtfest verantwortlich. Weil er all das mit ruhiger Hand wirtschaftlich so erfolgreich steuerte, führte Spachmann 2002/2003 parallel die Stadt Mannheim Beteiligungsgesellschaft (SMB), die Holding von fünf städtischen Tochtergesellschaften.

Die Arbeitsgemeinschaft Marktwesen im Deutschen Städtetag leitete Spachmann lange als Vorsitzender, was ihn bundesweit bekannt machte. Daher gab es mehrfach Abwerbeversuche – aber er hielt Mannheim die Treue. (Bild: privat)

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