Mannheim

Kurpfalz Kolping-Bildungswerk investiert kräftig in Privatschule in M 6 / Aufbaugymnasium geplant

Mensa wieder in Betrieb

Archivartikel

Ständiges Kommen und Gehen vor der Essensausgabe, fröhliches Geplapper, dichtes Gedränge: Die Mensa im „Kurpfalz“ im Innenstadt-Quadrat M 6 ist gut besucht. Seit Schuljahresbeginn steht der Raum zur Verfügung – und beendet eine einjährige Phase, in der die Schüler auf die hauseigene Essensversorgung verzichten mussten. Denn die Mensa war seit Anfang September 2018 geschlossen. Der Grund: technische Mängel – und fehlendes Geld, um diese zu beheben.

Wenige Wochen danach kam die Zahlungsunfähigkeit. Aber schon im Januar konnte der Insolvenzverwalter mit dem Stuttgarter Kolping-Bildungswerk (KBW) den neuen Träger vorstellen, der die Geschäfte offiziell zum 1. September übernahm. Seit dem Frühjahr hat sich im Innenstadtquadrat einiges getan. Unter anderem entstand die Mensa im früheren Biologie-Vorbereitungsraum.

140 Plätze biete sie, sagt Raimund Gründler im Gespräch mit dem „Mannheimer Morgen“. Gegessen wird in mehreren Schichten, „auf die Stundenpläne abgestimmt“, erklärt das Mitglied der KBW-Geschäftsleitung. Ein Hauch Südostasien weht durch die Räume, auf der Karte stehen neben Hähnchen mit Currynote indische Reispfanne und Blumenkohl mit Kokos Korma.

„Ich liebe es, vegetarisch zu kochen“, sagt Klaus Frontzek, Geschäftsführer von Ratzfatz Catering. Die Mannheimer Firma beliefert auch das Bach-Gymnasium in Neckarau. Zurzeit biete man vier Mal pro Woche ein Fleisch- und zwei vegetarische Gerichte. An einem Tag gibt es gar kein Fleisch. Die Schüler, so Frontzek, kämen zunehmend auf den Geschmack, was den Verzicht auf Rind, Schwein oder Pute angeht. „Das findet auch bei den Kollegen Anklang“, hat Gründler festgestellt.

Die Mensa ist nur ein kleiner Teil dessen, was das Kolping-Bildungswerk investiert. Genaue Zahlen nennt Gründler nicht, aber bisher sei bereits eine gute sechsstellige Summe geflossen. Auf der Agenda steht die „komplette Neueinrichtung und Ausstattung“ des Biologie-Bereichs, während Chemie und Physik „auf einem guten Stand“ seien.

Realschul-Aufsetzer kommt

Das schulische WLAN-Netz sei „in Teilen fertig“ und solle in den nächsten Wochen komplettiert werden. Eine zeitliche Verzögerung habe es wegen der schwierigen Verkabelung im Altbau gegeben. Einige Klassensätze Laptops gibt es bereits, zwei weitere Klassen sollen mit Tablets ausgestattet werden. Und in jedem Raum sollen feste digitale Präsentationsmöglichkeiten entstehen.

Eigentlich hatte das „Kurpfalz“ im September schon mit seinem Aufbaugymnasium starten wollen. Es ermöglicht Realschülern, die zuvor keine zweite Fremdsprache hatten, den Erwerb des Abiturs. Die Genehmigung des Regierungspräsidiums, so Gründler, sei erst „kurz vor knapp“ vor Schuljahresbeginn gekommen, das sei zu kurzfristig für eine Umsetzung gewesen. Aber im Herbst 2020 soll es soweit sein. Weiter intensivieren möchte das „Kurpfalz“ daneben seinen Französisch-Schwerpunkt, geplant ist außerdem ein Realschul-Aufsetzer für Schüler, die die Mittlere Reife haben und ein Abitur anstreben – als offenes Angebot auch für Quereinsteiger. 

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