Mannheim

Kriminalität 21-Jähriger attackiert Jugendlichen – Haftbefehl

Messerstiche in Gesicht und Nacken

Archivartikel

Es ist kurz nach 21 Uhr, also noch hell. Auf dem Gehweg schlendern Passanten in Richtung Bars und Cafés in der City, andere eilen zu ihren Zügen zum Hauptbahnhof. Vor einem Imbiss am Kaiserring kommt es am vergangenen Freitag zu dem verhängnisvollen Aufeinandertreffen zweier Afghanen, über das Polizei und Staatsanwaltschaft Mannheim gestern in einer gemeinsamen Presseerklärung berichten.

Versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung werfen sie einem 21 Jahre alten Mann vor. Das Amtsgericht hat Haftbefehl erlassen, er sitzt jetzt in Untersuchungshaft in einer Justizvollzugsanstalt.

Widerstand mit Faustschlägen

Der Mann, so heißt es in der Mitteilung, soll vor dem Imbiss unvermittelt einen vorbeikommenden Landsmann attackiert haben. Er machte das wohl mit einer Kopfnuss, erklärte ein Polizeisprecher gestern auf Anfrage. Das Opfer, 15 Jahre alt, stieß den Angreifer weg. Der Ältere zog dann ein Messer und stach damit zunächst auf den Nackenbereich, in der Folge auch auf das Gesicht ein. Der 15-Jährige widersetzte sich der Attacke mit Faustschlägen, erlitt aber dennoch Schnitt- und Stichverletzungen am Hinterkopf, im Nacken und im Gesicht.

Mehrere Personen, so die Polizei, konnten den 21-Jährigen zunächst festhalten. Er entkam dann allerdings und entfernte sich vom Tatort. Wenig später nahm ihn die Polizei, die mit Kriminal- und Streifenbeamten im Einsatz war, am Tattersall fest. Ob die beiden afghanischen Männer sich kannten oder die Begegnung zwischen ihnen am Freitagabend zufällig verlief, konnte die Polizei gestern auf Nachfrage nicht sagen. Offensichtlich handele es sich bei den beiden um Flüchtlinge, die aber nicht in Mannheim untergebracht sind. Zu einem möglichen Motiv des Angreifers sagte der Polizeisprecher ebenso wenig wie zu der Art des Messers oder zur Schwere der Verletzungen.

Der Ablauf der Straftat sei durch die Aussagen von mehreren Zeugen „eigentlich geklärt“, sagte der Sprecher, zumindest suche die Polizei keine weiteren Zeugen mehr. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mannheim und des Kriminalkommissariats Mannheim dauerten dennoch an.