Mannheim

Umweltpolitik Ratsausschuss diskutiert über Zwischenbericht der Stadtverwaltung / Kohlendioxid-Ausstoß soll bis 2050 praktisch beendet werden

Millionenbeträge fließen in den Klimaschutz

Archivartikel

Mit zahlreichen einzelnen Maßnahmen und viel Geld – etwa 3,1 Millionen Euro im Jahr – will die Stadt ihr Ziel erreichen, bis 2050 den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) um 90 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu verringern. Dazu legte die scheidende Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala (Grüne) am Dienstag im Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) des Gemeinderats einen Zwischenbericht vor. Rund 30 Prozent, so lautete die Botschaft, seien bereits geschafft.

Darüber, ob dies nun viel oder zu wenig sei, gingen die Meinungen bei der Sitzung im Ratssaal des Stadthauses N 1 teils weit auseinander. Immerhin sind die Vorhaben und Projekte, die Kubala und die städtische Klimaschutz-Beauftragte Agnes Schönfelder vorstellten, Teil des im vergangenen Jahr vorgestellten Dringlichkeitsplans zur Erreichung der Klimaziele.

Rund 2,4 Millionen Euro flossen in diesem Jahr in die Sanierung städtischer Gebäude, den Bau von Photovoltaik-Anlagen, die Aufforstung von Waldflächen und in den Ausbau der Fahrradmobilität – Letzteres in Form von Abstellbügeln sowie Lastenfahrrädern, die in den Stadtteilen zum Ausleihen stationiert werden. Kritik aus den Reihen der Stadträte kam weniger an den Einzelprojekten, als an der Vorgehensweise, wie Volker Beisel (FDP) und Roland Weiß (Freie Wähler) erklärten. „Mir erschließt sich Ihre Vorgehensweise nicht“, so Weiß. Beisel: „Nach welchen Kriterien gehen Sie vor?“ Auch Reinhold Götz (SPD) merkte an: „Der Klimaschutz kann kein Freibrief für die Stadtverwaltung sein, alleine zu bestimmen, wie Geld ausgegeben wird. Hier muss der Gemeinderat mit entscheiden.“

Dass sich die Klimaschützer an den Vorgaben des vom Gemeinderat beschlossenen Dringlichkeitsplans orientieren, dies unterstrich Kubala. Dabei orientiere man sich daran, was den größten Effekt für die Verringerung des CO2-Ausstoßes beitrage. Dies gelte auch für den Teil des Klimaschutzfonds – weitere 700 000 Euro im Jahr, der für private und gewerbliche Zwecke außerhalb der öffentlichen Hand ausgegeben wird. Hier verweisen Schönfelder auf 1,1 Megawatt Solarstrom-Leistung, 1600 Quadratmeter Dachbegrünung und 235 einzelne Sanierungsmaßnahmen an privaten Gebäuden, die in den vergangenen Jahren aus dem Fond mitfinanziert wurden.

Dass Klimaneutralität bis 2050 ein ehrgeiziges Ziel ist, das auch Konflikte – etwa beim Nahverkehr oder im Wohnungsbau – erzeugt, darauf verwies Götz. Die Grünen-Stadträte Patrick Haermeyer und Deniz Gedik drängten darauf, beim Klimaschutz schneller voranzugehen. Ein Vertreter der AfD bezeichnete die Mannheimer Maßnahmen als „irrelevant für das Weltklima“.

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