Mannheim

Rheindamm Bezirksbeiräte schreiben an Untersteller

Minister soll „objektiv prüfen“

Archivartikel

Mit der Bitte, die Pläne des Regierungspräsidiums (RP) Karlsruhe zur Sanierung des Rheindamms „objektiv und unvoreingenommen prüfen zu lassen und bei gleichwertigem Sicherheitslevel die Variante mit dem geringsten Eingriff in den Waldpark anzuweisen“, haben sich die Bezirksbeiräte Lindenhof und Neckarau parteiübergreifend an den baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) gewendet. Wie Ulrich Holl, Vorsitzender der Bürger-Interessen-Gemeinschaft (BIG) Lindenhof mitteilt, bitten die Stadtteilvertreter in ihrem Schreiben um ein Gespräch mit Untersteller und betonen, dass sie die BIG „in ihren Bemühungen zum größtmöglichen Erhalt des Waldparks im Zuge der Dammsanierungsmaßnahmen“ unterstützen.

Entscheidung in Stein gemeißelt?

Zudem bitten die Bezirksbeiräte, „die Vorgaben für die untergeordneten Behörden bezüglich des Hochwasserschutzes dergestalt zu ergänzen, dass der Erhalt der Natur und der Schutz des Waldes in Hinblick auf dessen Bedeutung für die Naherholung, Artenschutz, Klimaschutz und damit für die Gesundheit der Mannheimer Bürger bei der Entscheidungsmatrix zur Auswahl der konkreten Maßnahmen einfließt bzw. angemessener gewichtet wird als bisher“. Sie kritisieren, dass eine Machbarkeitsstudie der BIG, die von einem geringeren Eingriff in den Baumbestand des Waldparks ausgeht, vom Regierungspräsidium nicht ausreichend berücksichtigt werde. „Im Gegenteil haben wir im Laufe der Diskussionen mit dem zuständigen Referat den Eindruck gewonnen, dass eine einmal gefällte Entscheidung trotz rationaler Fachargumente nicht mehr infrage gestellt werden soll“, heißt es in dem Schreiben an Franz Untersteller.

Die BIG-Machbarkeitsstudie schlage „eine durchgängige selbsttragende Spundwand vor, mit der eine Dammverteidigung und die damit einhergehende Waldrodung in einem derartigen Ausmaß nicht erforderlich wäre, da der sanierte Bestandsdamm genutzt würde“, so die Bezirksbeiräte. Nach derzeitigem Stand sollen entlang des zu sanierenden Dammabschnitts auf etwa sieben Hektar die Bäume gerodet werden. Das Planfeststellungsverfahren für die Dammsanierung soll demnächst eingeleitet werden. 

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