Mannheim

Arbeitsagentur Ulrich Manz hört zu seinem Abschied Lieder der weltberühmten Band / Nachfolger Thomas Schulz vorgestellt

Mit den Beatles in den Ruhestand

Archivartikel

„Und nun klappe ich das Buch meiner Tätigkeit 50 Jahre bei der Arbeitsagentur zu“. Mit diesen Worten beendete Ulrich Manz, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Mannheim, seine Rede und machte eine schwarze Mappe auf dem Rednerpult zu. Daraufhin erhoben sich die Anwesenden und applaudierten ihm für seine Lebensleistung.

Die Veranstaltung zur Verabschiedung von Manz in den Ruhestand und zur Vorstellung seines Nachfolgers Thomas Schulz fand am Dienstag im Sitzungssaal der Abendakademie statt. Dabei wurden vor allem die Verdienste von Manz gewürdigt, aber auch Einblicke in den aktuellen Arbeitsmarkt in Mannheim gewährt.

In die Arbeitsmarktverwaltung trat Manz im September 1969 als Auszubildender bei. Damals habe er drei Angebote gehabt, einen von der Arbeitsagentur, zwei von Versicherungen, sagte Manz. Auf „Festlegung“ seines Vaters habe er sich für die Behörde entschieden. „Da bist du sicher“, habe das Argument des Vaters gelautet. „Ich habe diese Entscheidung nie bereut. Heute würde ich wieder genauso entscheiden.“

In seiner Dankesrede erzählte Manz, dass es damals in Mannheim genau 424 Arbeitslose gab – bei 8000 offenen Stellen. Mit Blick auf heute ging Manz auf die Situation der Zuwanderer aus Südosteuropa ein und sagte, dass deren Integration in den Arbeitsmarkt sich schwieriger gestalten könnte als erhofft. Gleichzeitig warnte er davor, diese Menschen zu stigmatisieren.

Heute liegt die Arbeitslosigkeit in Mannheim bei 5,5 Prozent, zwei Prozentpunkte mehr als die Quote für Baden-Württemberg. Gleichzeitig verzeichneten Land und Stadt in den vergangenen zehn Jahren eine deutliche Zunahme der Beschäftigtenzahlen, hob Christian Rauch, Geschäftsführer der Regionaldirektion Baden-Württemberg, in seinem Vortrag hervor. So sei die Anzahl der Beschäftigten in Mannheim von 165 000 im Jahr 2010 auf fast 190 000 im vergangenen Jahr angestiegen.

Anschließend wurde Thomas Schulz vorgestellt. Schulz, den die Liebe nach Mannheim und an die Bergstraße geführt habe, verglich den Wandel im Mannheimer Arbeitsmarkt mit dem Wandel seiner Heimatstadt Oberhausen und nannte vier Herausforderungen für die Zukunft: demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Digitalisierung und Integration der Südosteuropäer in den Arbeitsmarkt.

Musiker Mike West sang „Yesterday“, „In My Life“ und „Imagine“ von den Beatles. Das habe sich Manz so gewünscht, da er mit den Beatles aufgewachsen sei. Als Abschiedsgeschenküberreichte Christian Rauch dem Ruheständler zwei Bücher des Philosophen Wilhelm Schmid. Das Thema: Glück – und wie man es im Ruhestand findet.

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