Mannheim

Jüdische Gemeinde Strengere Regeln als vorgegeben

Mit Maske in die Synagoge

Archivartikel

Ab den Gottesdiensten am Freitagabend und zu Sabbat (Samstag) darf auch in der Synagoge in F 3 wieder gebetet werden. „Die Leute warten sehr darauf, denn es ist für uns alle ganz wichtig, das Wort der Tora aus dem Mund des Vorbeters zu hören“, so Rita Althausen, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde. Doch ein ebenso wichtiges Gebot im Judentum sei, die Gesundheit zu schützen. Daher habe man das Hygienekonzept noch strenger gefasst als vom Staat vorgeschrieben. Es wurde zudem jeder Familie in der Gemeinde nach Hause geschickt.

Wer in der Synagoge beten will, muss sich vorher anmelden, sich am Eingang die Hände desinfizieren und einen Mundschutz tragen. Gebetbuch, Gebetsschal und Kippa – alles muss man selbst mitbringen. Es wird keine Kippa mehr am Eingang verliehen, Gäste – sonst sehr willkommen – dürfen nicht teilnehmen.

Schließlich haben nach den neuen Regeln nur 30 Personen Platz in der Synagoge – statt über 220. „Wir haben genau ausgemessen und halten sogar einen Abstand von 1,75 Metern“, berichtet Althausen. Während es generell eine Ehre für viele männliche Gemeindemitglieder ist, mal die Torarolle zu tragen, ist das nun alleine dem Kantor vorbehalten. Der Vorbeter legt sie auch gleich ausgerollt auf den Gebetstisch – weitere Berührungen sind verboten. Der Gabbai, der dem Vorbeter assistiert, darf nicht neben ihm stehen, sondern eine Stufe tiefer mit zwei Metern Abstand. Das sonst an Sabbat folgende gemütliche Beisammensein entfällt. „Dennoch sind alle froh, dass es losgeht, auch wenn es anders wird“, so Althausen. 

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