Mannheim

Padel Peter Dreilich will der Sportart aus Spanien auch hierzulande zum Durchbruch verhelfen / Der 57-Jährige trainiert für die Weltmeisterschaft in Argentinien

Mit Tempo und Technik immer hart am Ball

„El alemán loco“ wird er in Spanien nur genannt – der verrückte Deutsche. Peter Dreilich aus Mannheim ist jemand, der sich aufmacht, eine Sportart, die insbesondere auf der Iberischen Halbinsel schon vor etlichen Jahren den Sprung vom Trend- zum Volkssport vollzogen hat, auch hierzulande einer breiteren Masse bekannter zu machen.

Padel ist eine in Mitteleuropa noch weitgehend unbekannte Sportart, lediglich Tennis-Clubs dürften sich mit dieser in der Mitte zwischen Squash und Tennis gearteten Variante bereits beschäftigt haben. Gespielt wird mit einem Glascarbon-Schläger auf einem Feld, das halb so groß ist wie ein Tennisplatz, die Regeln ähneln denen des regulären Tennis. „Es sind nur Unterhandaufschläge erlaubt, gespielt wird nur im Doppel und das Feld ist mit einer Plexiglas-Wand umrahmt, die mit einbezogen wird“, erklärt Dreilich die einzigen Unterschiede.

Er selbst kam im Urlaub, den er mit seiner spanischen Ehefrau hauptsächlich in deren Heimat in der Region Valencia verbracht hat, mit dieser Sportart in Kontakt. Heute hat ihn der Virus erfasst, im Monat fährt er allein um die 2000 Kilometer, um zu Training und Spielen seines Vereins TC Grötzingen zu fahren, zudem trainiert er selbst Kinder. „Im Raum Karlsruhe beginnt es, sich ganz langsam zu etablieren, in der Metropolregion Rhein-Neckar existiert hingegen kein einziger Platz“, begründet er sein hohes Fahrtaufkommen.

Sechs Millionen Spieler

Während in Spanien bereits sechs Millionen Menschen Padel spielen, steckt diese Sportart in Deutschland noch in den Kinderschuhen. „Es ist ein sehr schnelles Spiel, das die Dynamik vom Squash und die Technik vom Tennis besitzt“, beschreibt Dreilich. Bei der spanischen Gemeinde in Mannheim und Heidelberg hat er im Internet des öfteren Werbung gemacht, ihn zu seinem Spielort nach Grötzingen zu begleiten, doch oftmals scheiterte eine Erhöhung der Quantität und Qualität ganz einfach an der Entfernung und dem damit verbundenen Zeitaufwand.

„Ich wünsche mir, dass sich in unserer Region Verein trauen, einen Padel-Platz zu erstellen“, sagt Dreilich. „Ich würde auch Unterstützung leisten.“ Anfang dieses Jahres war der 57-Jährige mit dem deutschen Team zu einem internationalen Turnier nach Finnland gereist. Natürlich aus Passion und auf eigene Kosten. Daraus sind große Freundschaften mit Spielern aus Dänemark und Finnland entstanden.

„Die Kameradschaft ist vergleichbar wie im Fußball und das absolute Plus bei dieser Sportart“, erklärt er, der in Vereinskreisen nur Padel-Maniac genannt wird – ganz einfach, weil er jederzeit auf Abruf steht für diese Sportart. Sein persönliches großes Ziel, auf das er hinarbeitet, ist die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Argentinien.

Vielleicht ist „El alemán loco“ dort dann sogar für eine Überraschung gut. Es könnte dem Sport in der Metropolregion einen Aufschwung verleihen.